giant

Denkfehler: Wir halten uns für Riesen und sind doch nur Zwerge.

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit"
(George Orwell, 1984)



Ein Vorschlag, Frau Nahles ....

Die Rente. Eine unendliche Geschichte - mindestens solange ich mich erinnern kann. Es sieht momentan nicht so aus, als ob sich das in absehbarer Zeit ändern würde. Sollte es aber, wenn man die Bevölkerungsentwicklung sieht.

Es müssen neue Ideen her, das ist sicher. Denn was bisher ausprobiert wurde hat ganz offensichtlich nicht zu einem stabilen - und zugleich gerechten - System geführt.

Zuerst müssen alle Arbeitenden gleich behandelt werden:
Was bedeutet, dass es keine Partikularinteressen mehr geben sollte, das Rentensystem sich mehr am Gemeinwohl orientierte. Eigene Versicherungssysteme für bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise Ärzte, Anwälte, Architekten, Apotheker und vor allem Beamte und ihnen gleichgestellte Arbeitnehmer sind nicht mehr zeitgemäß und müssen aufgegeben werden. Berufsgruppen, die zwar keine Beamten sind, deren Bezahlung sich aber am Beamtenbesoldungsgefüge orientiert, eingeschlossen.

Es gibt einige Länder, in denen das mit Erfolg durchgeführt wird - und es hat nicht zur Verarmung oder Minderbewertung der Leistung besser ausgebildeter Arbeitnehmer geführt. Weder während deren aktiver, noch passiver Lebenszeit als Empfänger von Altersbezügen. Die Schweiz und die Niederlande sind solche Beispiele.

Als nächten Schritt sollte die Frau Minister für die Rentenberechnung eine regressive Gewichtung einführen. Damit meine ich eine Reduzierung der Rentenansprüche gegenläufig zur Steigerung der tatsächlichen, aktuellen Bezüge und der daraus resultierenden Beitragszahlung. Ein Gegengewicht zur progressiven Einkommenssituation, die oft zu skurrilen Höchstverdiensten führt, weil ab einer festgelegten Grenze die Beiträge zur Rentenversicherung gekappt sind.

Das müßte man sich so vorstellen:
Jeder, der etwas verdient muß davon - wie bisher - seine Rentenbeiträge zahlen. Je höher aber dieses Einkommen steigt, desto geringer wird der Anteil, der später als Rente durch die Rentenanstalt gezahlt wird.

Dies klingt möglicherweise erstmal weltfremd und kontraproduktiv. Es ist jedoch auf lange Sicht die einzige Möglichkeit eine gerechtere Rentenzahlung zu gewährleisten und dabei die soziale Komponente einer Arbeitsleistung zu honorieren.
Denn - um nur einen Punkt herauszuheben der das klar machen kann - wenn ein Flugkapitän 12.000,- € im Monat verdient sei ihm das wegen der Verantwortung, Ausbildung und Anstrengung gegönnt. Aber ohne die vielen Menschen am Boden, die nur einen Bruchteil dieser Bezüge bekommen, wäre seine Arbeit nicht zu leisten. Diese Abhängigkeit sollte es wert sein, dass der Flugkapitän einen Teil dessen, was er an Altersbezügen zu erwarten hätte an jene abgibt, die ihm ermöglicht haben sein hohes Einkommen überhaupt erst zu erzielen.

Konkret sähe das also so aus:

  • Je höher das Einkommen, desto mehr Einzahlung in das Rentensystem, ohne eine Begrenzung nach oben;
  • Je höher der Beitrag, desto mehr sinkt die daraus entstehende Rentenanwartschaft. Das könnte soweit gehen, dass nur eingezahlt wird, und zwar ohne Zurechnung auf die Rente.

Dieses Modell geht davon aus, dass es den Beziehern höherer und höchster Einkommen leicht möglich ist Geld für ihren Lebensabend anzusparen um die später geringere Anwartschaft dadurch auszugleichen.
Zugleich würde es nach dem derzeitigen Stand der Einkommen in Deutschland dazu führen, dass geringere Einkommen weiter entlastet werden könnten:
Wenn nämlich die Einkünfte der Rentenkasse steigen ist es denkbar die Prozentpunkte für die Zahlung zu senken. Dies hätte den weiteren Vorteil Geld frei zu machen, was die Binnenwirtschaft durch mehr Kaufkraft stärken würde.

Es wird immer verlangt, jeder möge " .. für das Alter Vorsorge treffen .. " - das ist eine richtige Forderung. Nur muß man gleichzeitig die Wirklichkeit sehen:

Wer unterhalb des Medians verdient [derzeit mit 3.100,- € angegeben] und gar eine Familie zu ernähren hat kann davon keine (zusätzliche) Altersvorsorge betreiben. Es reicht zum Leben, nicht zur Vorsorge für die Zukunft. Stellen Sie sich dagegen einen Vorstand eines Unternehmens vor, der 12 Millionen € pro Jahr an Einkünften hat. Eine solche Person ist doch bestimmt in der Lage ein wenig Geld beiseite zu legen um im Alter nicht zu verarmen ....

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Leistungszwang

.
Mal ganz abgesehen von einer allgemeinen Stimmung in unserem Lande nach der solche Menschen die keiner 'regelmäßigen' Arbeit nachgehen entweder Faulpelze, Schmarotzer oder Dummköpfe sind, gibt es noch die älteren Mitbürger, die ihr Arbeitsleben schon hinter sich haben.
Bei denen wird das Urteil der Arbeitenden schon milder, sie sind aber dennoch mißtrauisch beäugt, gelten sie doch als die Maden, die in dem Speck leben, den jene zur Verfügung stellen, die Arbeit haben.

Die Lebensumstände dieser Gruppe sind vordergründig paradiesisch. In Wahrheit jedoch oft trist und eintönig. Nur will das so recht niemand wissen:
Der wohl bestallte, gut situierte und finanzkräftige Rentner macht sich - vor allem beschworen durch die Politik - natürlich sehr viel besser. Das nur zur Einstimmung, denn ich will auf die Randbereiche hinaus, jene Zeit also, wenn die Menschen als "ältere Arbeitnehmer" bzw. "junge Rentner" gelten.

Es geht um Leistung, besser noch, um Leistungszwang - und der hört keineswegs auf wenn das Arbeitsleben abgeschlossen ist. Weil in der heutigen Gesellschaft die Aktivität zählt. Nur der Rentner ist ein guter Rentner der sich fit hält, für Kinder und Enkel mit kleinen oder großen Hilfeleistungen verfügbar ist, Freizeitzerstreuungen kultureller und karitativer Natur nachgeht und ansonsten 'pflegeleicht' im Umgang mit der Umgebung lebt.

Schon ein Blick in die Welt der Haustiere - und fast jeder Haushalt hat heutzutage einen Hund oder eine Katze als Hausgenossen - müßte doch den Leuten ein Licht aufgehen lassen. Es gibt Phasen im Tierleben, die sehr deutlich zu erkennen und zu unterscheiden sind. Nicht immer von gleicher zeitlicher Dauer, aber doch ähnlich. Im Vergleich gibt es hier Ähnlichkeit mit dem menschlichen Lebenszyklus.

Wenn man den Erkenntnissen der Medizin und Humanbiologie vertraut verläuft das Leben jedes Individuums - in leichter Variation, versteht sich - etwa so (3 Abbildungen; Quelle; "click!" vergrößert.):

1

Es ist demnach eine differenzierte Betrachtung angezeigt:
Zwar nimmt die Geschwindigkeit der Verarbeitung ab, wird jedoch teilweise durch breitere Erinnerung & Erfahrung kompensiert.

Dies konnte zuvor schon nachgewiesen werden, wobei die Erkenntnis lautet "Die Suche in einer größeren Fülle an abgespeicherter Information erhöht die Zeit die gebraucht wird eine Einzelinformation abzurufen."

Allerdings darf das nicht über die Grundtatsache hinwegtäuschen:

Die Leistung sinkt mit steigendem Lebensalter nicht tatsächlich, sondern nur dem Anschein nach
- die gesellschaftliche Erwartung trägt dem nicht ausreichend Rechnung, weil davon wenig bis gar nichts bekannt ist.

Muskelkraft und die Sensorik sind gemindert - proportional zum steigenden Lebensalter. Daran ist kein Zweifel, insoweit gibt es tatsächlich eine Leistungsminderung. Dies betrifft - außer in Krankheitsfällen - jedoch nicht die geistige Leistung.
 

1

 

1

Fazit:
Für Ältere ist es nicht leicht sich der Prämisse ewig gleicher geistiger, physischer und sensorischer Leistungsfähigkeit zu entziehen, die die natürliche Abnahme verleugnet. Das paßt nicht zur "lifestyle"-Erwartung vieler jüngerer Leute. Alternde versuchen sich dieser Erwartung zu stellen. Sie verausgaben sich mehr als ihrer Gesundheit zuträglich ist. Der so entstehende Streß verstärkt zusätzlich die Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit und führt zu unerwünschtem, vorzeitigen Verschleiß.

.
Es ist also im wohlverstandenen Eigeninteresse älterer Menschen sich von den Forderungen nach Aktivität zu entkoppeln und einen eigenen Rhythmus zu finden der ihrer tatsächlichen physischen und psychischen Situation Rechnung trägt.

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Das läßt sich mit dem bekannten Slogan

"Weniger kann oft mehr sein!"

beschreiben.

 ・  ⚫  ・ 

Zur Veränderung der geistigen Kapazität:
Die Beeinträchtigungen in der Lern- und Gedächtnisleistung sind also hauptsächlich auf das schlechtere Ablaufen der Arbeitsprozesse (flüssige Intelligenz), nicht aber auf die Kapazität der verschiedenen Speicher zurückzuführen. [Kruse/Lehr/Rott S.357] [Quelle]

 ・  ⚫  ・ 

Zur Veränderung der körperlichen Aktivität:
Ohne Zweifel ist das Altern ein unausweichlicher biologischer Vorgang, der früher oder später zu objektivierbaren Leistungsverlusten führt. Wie aber der Vergleich zwischen Altersleistungssportlern und gleichaltrigen Seniorenheimbewohnern zeigt, verläuft der Alterungsprozess individuell sehr unterschiedlich und unterliegt zudem einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Die Ermittlung der tatsächlich altersbedingten Leistungsänderungen ist jedoch nicht trivial und gelingt auch mit Hilfe von Längsschnittuntersuchungen nicht ohne Weiteres. Ein generelles Problem ist die Abgrenzung altersbedingter Einflüsse gegenüber Effekten, die primär durch veränderte Lebensgewohnheiten oder Erkrankungen bedingt sind. [Quelle]

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die wirkliche Absicht? Wir erle­ben der­zeit ein täg­li­ches Getöse aus...
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Guter Robot - Böser Robot
...? Wohin man schaut: Tech­ni­scher Fort­schritt und Minia­tu­ri­sie­rung. Das ist...
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Tag der deutschen Einheit. Ach.
Ach was ..!? Der 17. Juni war über viele Jahre...
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"Fließet aus dem Aug', ihr
Tränen .... .... all mein Hof­fen, all mein Seh­nen, .......
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Religion ist der Hemmschuh ...!
Ein Teil dessen, was uns von der Politik als "Leitkultur"...
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lehren | lernen Wer kann
eine Erklärung dafür geben warum folgender Satz "Was will der...
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Ausnahmsweise .... gebe ich hier
einmal nur einen Hinweis auf einen Artikel den ich andernorts...
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" .. catch them young
.. " aka "Krabbelgottesdienst" Per Zufall bin ich während einer...
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Es gibt 'unüberwindliche' Grenzen ....
Es gibt 'unüberwindliche' Grenzen die die These widerlegen "Jeder ist...
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Ein politisches 'Statement'?  Nein, nein,
nie und nimmer ....   Neu bei RELAtief: → Wenn...
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Was sehen wir in diesem
Bild ...? Einen Scheuer und zwei Bescheuerte   CC-BY-NC-SA 2.0...
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Es kommt drauf an was
man draus macht ...! Früher gab es eine Werbung, einen...
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Fragen stellen .... "Warum?" fragen
kleine Kinder immer, sie wollen die Welt verstehen. Das wird...
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