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Denkfehler: Wir halten uns für Riesen und sind doch nur Zwerge.

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit"
(George Orwell, 1984)



Dienstag, 28. Februar 2017
Die "Blütezeit" des Netzes .... (revisited)

.... sei vorbei - so läßt uns der Zukunftsforscher Matthias Horx apodiktisch wissen. Wer wenn nicht ein Zukunftsforscher sollte uns eine solche Botschaft übermitteln?

Selbsternannte "Experten" waren mir schon immer verdächtig. Genau so verhält es sich mit (exotischen) Gurus jedweder Art. Jetzt kommt noch eine Kategorie hinzu: "Zukunftsforscher", selbstredend selbsternannt. Studienabbrecher mit bunter Vita. Aber schlick & gekonnt im Geschäft des Abzockens von sogenannten "Managern". Meist wohl solchen, die - nach Peter-Prinzip - nicht mehr ein- noch aus wissen und sich deswegen an jeden Strohhalm klammern.
Sprich:
Wer ihnen zusagt sie in die Zukunft zu begleiten & ihre Probleme zu lösen hat schon gewonnen, den lukrativen Vertrag schon in der Tasche.

Um nicht verkehrt verstanden zu werden:
Was ich an diesem Herrn Horx bewundere ist sein Talent mit Phantasie Modelle zu entwickeln, sich in alternative Szenarien hinein zu denken. Ein Gedankengebäude zu formen. Es dann unbedarften Seelen anzudienen. Es für teures Geld zu verkaufen.
Das alles, ohne je dafür Verantwortung tragen zu müssen, ist doch die "Zukunft" ein weit reichender und gänzlich unbestimmter Zeitrahmen. Länger jedenfalls als es dauert um die Validität der Aussagen & den Erfolg von Maßnahmen (sofern er denn welche vorschlägt) feststellen zu können.

Wir kennen das von "Führungskräften" in den Top-Positionen. Bevor das Ergebnis ihres Wirkens offenbar wird sind sie schon zum nächsten Top-Job gehoppelt um dort ihr Unwesen zu treiben.

--- O ---

[Schauen Sie mal was der Herr Mehdorn so alles gemacht hat - und was er hinterlassen hat *: Verbrannte Erde, dysfunktionale Betriebe, Veränderungen deren Rücknahme Jahrzehnte dauern wird]

--- O ---

Wenden wir uns jetzt aber der schillernden Person mit kristallklarer Aussage zu und stellen die Frage:
Sind die Blütezeiten des Netzes vorbei - und wenn "Ja" sind es jene Gründe, die der Zukunftsforscher Horx dafür verantwortlich zu machen sucht?

Sind die Blütezeiten des Netzes vorbei - und wenn "Ja" sind es jene Gründe, die der Zukunftsforscher Horx dafür verantwortlich zu machen sucht? Skepsis scheint angebracht, seit Jahren schon (und sehr deutlich formuliert) gibt es Autoren die an den Horx'schen (Vor-) Aussagen zweifeln.

Zur Frage "Blütezeit des Netzes" - bereits in sich ein Widersinn, denn was ist eigentlich "das Netz"? Die Summe aller online-Aktivitäten? Die Summe aller (sogenannten) social media Aktivitäten? Jede Art von Datenbewegung zwischen zwei Punkten?

"Trendforscher Matthias Horx, Keynote-Speaker auf dem "European Newspaper Congress", geht mit der Hasskultur bei Facebook & Co. hart ins Gericht. "Die Gebildeten und Jüngeren ziehen sich inzwischen teil­weise wieder aus dem Netz zurück, weil sie es nicht mehr aushalten, ständig angehasst und angepöbelt zu werden", so Horx."

In diesem Zitat aus dem Bezugsartikel tauchen zwei wichtige Fakten auf. Zunächst ist dort von " .. Hasskultur bei Facebook & Co. .." die Rede. Dann heißt es " .. Die Gebildeten und Jüngeren ziehen sich inzwischen teil­weise wieder aus dem Netz zurück .. ".

Es darf bezweifelt werden, dass diese Aussage überhaupt einen Wahrheitsgehalt hat. Auf "facebook" tummeln sich weder nur "die Jüngeren", noch "die Gebildeten", noch ziehen sie sich aus facebook zurück.

Sie waren überhaupt nicht erst dort

  • und können sich schon deswegen nicht "zurückziehen".

 
Laut verschiedener Untersuchungen ist die Altersstruktur bei facebook in allen Altersgruppen ähnlich. Sie spiegelt die Gesamtaltersstruktur der an Computer- & Mobiltelefonnutzung teilhabenden Bevölkerung wider. Es ist eine Binsenweisheit die Herr Horx übersieht:
Mehr Personen als in einer Altersgruppe tatsächlich vorhanden sind können das entsprechende Medium nicht nutzen.

Die sehr Jungen weichen zunehmend² auf Dienste wie WhatsApp und Instagram aus, was den Rückgang bei facebook zum Teil erklärt. Bei älteren Nutzern - insbesondere jenen die bereits zuvor Erfahrungen z.B. mit Weblogs gemacht haben und die umfangreicheren Möglichkeiten dort schätzen - gibt es einen Trend sich in den sozialen Netzwerken zu präsentieren, dies aber, um auf ihre Angebote in den Weblogs aufmerksam zu machen [Beispiel: "Pflasterritzenflora" | H. U. Gresch]. Es ist dementsprechend kein Rückzug, sondern eine bewußt gewählte Strategie der Eigenwerbung.

" .. Dass sich Jugendliche immer weniger für Facebook interessieren, trifft hingegen nur teilweise zu. Die Reichweite in den jüngeren Altersgruppen ist immer noch riesig und wächst – nur eben langsamer als in den anderen Alterssegmenten⁵. Doch auch der Trend hin zum Messenger-Dienst ist deutlich erkennbar, hier liegt WhatsApp mit 35 Millionen Nutzern in Deutschland ganz weit vorne und auch Snapchat ist weiter im Kommen .. " - es verwundert dabei kaum, dass im jüngeren Segment weniger Zuwachs³ festgestellt wird: Ist doch die Zahl der Nutzer dort schon (im Vergleich zu anderen Altersgruppen) überproportional.

Betrachtet man die Daten¹ zur Bildung, zu Vorlieben was Medien angeht und zur Selbstauskunft zum Bildungsgrad, so steht fest: Bestenfalls mittlerer Bildungsgrad stellt die Mehrheit der facebook-Nutzer dar [Hierbei wird der High School Aabschluß einem mittleren Bildungsgrad, der Collegabschluß dem Abitur gleichgestellt; Vollakademiker sind unter "Grad." eingegliedert.]. Das wird noch deutlicher, wenn man die Top-Branchen⁴ ansieht, aus denen diese Nutzer kommen. Mehr als die Hälfte der Personen arbeitet in Berufsfeldern die eine Lehre oder Facharbeiterprüfung als Qualifikation voraussetzen.

Das Niveau der facebook-Nutzer kann sehr leicht - exemplarisch, stichprobenartig - überprüft werden wenn man einen Blick darauf wirft⁵ und sich den zugehörigen Bildungsgrad vorstellt. Ich gehe hier von einer "begründeten Annahme" aus, wissenschaftlich nicht exakt, aber immerhin besser als in die Luft geschaut und etwas 'erfunden'. Wie es vermutlich der Herr Zukunftsforscher macht.

Abschließend und zusammenfassend stelle ich fest:
Es gibt keinen überproportionalen Schwund an Teilnehmern, wohl aber eine Verschiebung zwischen den verschiedenen Angeboten. Es gibt in den jüngeren Altergruppen eine gewisse Sättigung, sodaß die Zahl derer sinkt die das Angebot wollen, kompensiert nur teilweise durch die neu hinzukommenden Benutzer.
Es gibt auch keine größere Zahl von Gebildeten⁰ die abwandern könnten, weil die zu keiner Zeit besonders aktive facebook-Benutzer gewesen sind. Sie stellen eine Minderheit derer, die sich dort tummeln⁵. Die gebildeteren Internetaktiven sind ihren Wurzeln treu geblieben, mit gelegentlichen Ausflügen zu "twitter" (das heute Zehn-Jahres-Jubiläum feiert).

Rückblickend betrachtet sehe ich - selbst Webseitenbetreiber seit 2001 & aktiver Blogger seit 2003 - die Situation der (Freizeit-) online Aktivitäten folgendermaßen:

  1. Um die Jahrtausendwende gab es nur wenige Nutzungsarten des rudimentär vorhandenen Internets für das breite Publikum.
    Eigens gestaltete, persönlich Webseiten auf eigener Domain - mit damals noch erheblichen Kosten, da das 'hosting' in Deutschland (im Gegensatz zu den U.S.A.) außerordentlich teuer war.
  2. Mit der Schaffung von Blogsoftware, die ohne vertiefte Kenntnisse der Programmierung zu bedienen war, die zugleich in der einfachen Version völlig kostenfrei angeboten wurde, erweiterte sich der Personenkreis, der einen Austausch von Gedanken und Informationen vornehmen konnte.
  3. Die dann immer noch vorhandene Hürde der Preise für Hardware sank in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts immer mehr - sie wurde für jedermann erschwinglich und schließlich durch die Entwicklung der "smart"phones allgemein verfügbar.
    Was im Rückblick immer vergessen wird ist die mangelhafte Struktur der Datenanbindung - ein Umstand, der bis heute anhält!
  4. In den Anfangsjahren des Bloggens etablierten sich zunächst kleinere Vernetzungen zwischen den dann Bloggenden, was eine Einstiegsbarriere für später Hinzukommende darstellte. Teilweise wurde von den neuen Möglichkeiten so umfangreich Gebrauch gemacht, dass die Plattformen geschlossen wurden [z.B. "antville"], weil der Anstieg nicht mehr zu bewältigen war. Eine sehr umfassende & ins Detail gehende Untersuchung von Jan Schmidt beleuchtet die Hintergründe und wissenschaftlichen Befunde am Beispiel von "twoday" aus der Zeit 2004/2005. Sehr empfehlenswert.
  5. Während der Wachstumsphase zu Beginn (bis ca. 2008) waren sowohl die Qualität als auch die Beteiligung durch Kommentare angewachsen. Was sich von da an verlangsamte, da die Bedienbarkeit der zugrunde liegenden Software immer leichter wurde und sich dadurch die Nutzerstruktur auf solche Personen ausweitete, die einen deutlich niedrigeren Anspruch hatten und dadurch das Niveau der Diskussion und die Beitragsqualität pauschal senkten. Viele Blogs verkamen rasant zu Teenager-Tagebuch Stories. Einhergehend mit einer Verrohung der Sitten.
  6. Dies hatte wiederum einen weiteren Verfall der Qualität zur Folge, da sich nun die "early adopters" aus den Plattformen zurückzogen und zu individuellen Lösungen für ihre weitere Blogaktivität übergingen. Mangels "Feinden" verschwanden auch die notorischen Störer, die, zusammengerottet als Mob, kaum Substanz aber viel Unruhe beigesteuert hatten. Die vorher geknüpften Netzwerke wurden kleiner, weil nicht alle Teilnehmenden diesen Schritt zur losgelösten Individualität mitmachen wollten. Der - in den meisten Fällen - den technischen Aufwand erhöhte ohne den inhaltlichen Teil zu verbessern. Der Gewinn lag im wesentlichen im Design und sogenannten "features", was bei den Plattformen nur zögerlich vorankam.
  7. Die Folge war ein Schrumpfen des Plattformangebotes. Fusionen und Aufkäufe taten ihr Übriges die Zahl der Möglichkeiten zu verkleinern. Einige der frühen Anbieter (20six) sind völlig verschwunden, andere dümpeln mit einer puristischen Note und wenigen Überzeugten ohne nennenswertes Wachstum dahin (Serendipity).
  8. In die entstandene "Lücke" fielen die Angebote von Studi-Plattformen, facebook und twitter. Letzteres mit facebook kaum zu vergleichen, denn trotz der Beschränkung der Zeichen sinnvolle "tweets" zu verfassen erfordert eine Grundintelligenz. twitter ist daher nicht massentauglich - wenngleich es immer wieder erstaunt welche Abweichungen hiervon vorhanden sind.
  9. Einfach ausgedrückt:
    Ein gut geführtes & gepflegtes Weblog ist die beste Ausdrucksmöglichkeit für Menschen, die ein Thema gründlich bearbeiten wollen & können.
    "twitter" bietet sich für die Eiligen, besser Gebildeten an, die mit wenigen Worten witzig, spritzig zum Kern kommen können.
    "facebook" macht es selbst weniger ausdrucksstarken Menschen möglich sich im Internet zu äußern. Ob letzteres⁶ der Menschheit einen Dienst erweist bezweifle ich allerdings.

Thema "Hass­kul­tur bei Face­book & Co.", wobei ich mir wieder einen etwas ausschweifenden Bogen erlaube, nur Hass wäre ja langweilig. Besser ist richtig Zoff, so mit Anwalt & Gerichten ...! Nein, nicht wirklich, aber ein Schlenker zu den von Horx so gepriesenen "Qualitätsmedien" muß erlaubt sein.

"For 15 years Little Green Footballs has been a leading source of unique stories and opinion about news, politics, art, culture and music, as well as a host for one of the best commenting communities on the web, wonderfully free of the trolls and haters that plague most comment sections."

[Quelle des Zitates]

Dieses Zitat stelle ich deswegen an den Anfang, weil es beweist:
Es geht auch anders als mit Pöbelei & Hasstiraden in Kommentaren. Anders als Herr Horx in seiner eher generellen Aussage sehe ich die Ursache in dem Mix des Publikums, dem Umgang mit Störern und dem angestrebten Leser- (und Schreiber-) niveau eines Veröffentlichungsmediums:

Je breiter angelegt und je weniger spezifisch die Inhalte sind, desto wahrscheinlicher sind Entgleisungen. Das ist einfach erklärt. Wenn ein Leser etwas nicht versteht hat er (mindestens) drei Möglichkeiten der Reaktion:
Wegsurfen,
lächerlich machen,
gegenhalten, oft aggressiv.

Je komplexer also die Erörterungen sind, umso mehr "Ausschlag" an Emotionen werden sie hervorrufen - und wegen der (relativen) Anonymität überschlagen sich oft die überhitzten Argumente, gleiten ins Persönliche und manchmal sogar Gesetzwidrige ab.

Wenn der Anspruch eines Blogs erhalten wird werden jene, die die Inhalte nicht verstehen irgendwann aufgeben und weg bleiben. Erste Gruppe eliminiert.

Es ist die Aufgabe der Moderation für Ordnung zu sorgen, damit sollte es wenigstens eine Weile Ruhe geben, weil ganz ohne diese Begleiterscheinung der "Leserbriefersatz-Kommentare" wird es nie gehen. Der Unterschied - und das verkennt Herr Horx völlig - zu einem Leserbriefkasten bei Redaktionen ist deren Möglichkeit Harmonie zu suggerieren indem die Störer ausgesondert und gar nicht erst veröffentlicht werden. Das ist aus meiner Sicht nicht "besser" im Sinne von mehr Qualität, auch nicht demokratisch, sondern Machtausübung im Sinne von Meinungssteuerung der Massen. Moderation & ein bekannter, streng eingehaltener Ordnungsrahmen lösen nicht das Problem mit Aggressiven. Sie machen das Lesen für die wirklich interessierten einfacher. Bei "telepolis" hilft beispielsweise eine Bewertung der Qualität durch Mitkommentatoren Auswüchse zu vermeiden.

"Verächtlich machen", die dritte Variante, kann nach dem Prinzip "Gleiches mit gleichem vergelten" (nicht so gute Wahl) oder durch völliges Ignorieren (beste Wahl) angegangen werden. Die Agierenden laufen ins Leere, ihre Attacken laufen sich tot. Es wird ruhig.

" .. Wenn sich herausstellt, dass Facebook durch die Hasskappen der Welt übernommen wird, wird irgendwann niemand mehr zu Facebook gehen .. " so schreibt Horx und es steckt die Unterstellung darin, dass facebook das etwa nicht recht sein könnte. Ich behaupte das Gegenteil, denn der Umgang mit Reklamationen - selbst von staatlichen Stellen - beweist genau das Gegenteil. Es interessiert facebook nur vordergründig welche INHALTE bewegt werden. Worauf es ankommt sind die DATEN der Nutzer:
Bargeld lacht! Jede Information die Geld bringt wird verarbeitet, da stören Untersuchungen des "WIE?" "WARUM?" oder "WAS?" nur bei der Generierung von 'profit'.

Was an 'usern' an einem Ende verloren geht wird am anderen Ende neu einsteigen .... die Schwankungen bedingen sich nur aus den absolut vorhandenen potentiellen Nutzern, deren Zahl schwankt ja ebenfalls nach Jahrgängen.

facebook ist
das Unterschichtenfernsehen
übertragen auf 'print'

  • so einfach, so klar, so falsch eingeschätzt vom Zukunftsforscher. Ein umfassenderes Fazit (auch) hierzu folgt ganz am Ende des Beitrages

" .. Die Medien werden sich wieder auf ihre geistig-­kulturellen Kern­funktionen besinnen .. " - das wird nicht genügen. Die Kernfunktion der Medien ist als Vierte Gewalt die drei anderen Gewalten des demokratischen Staates zu kontrollieren. Das werden sie weder analog noch digital schaffen wenn die Parole so verstanden werden soll, dass sie es jetzt schon ganz richtig machen. Gerade für die als leuchtendes Beispiel für einen gelungenen analog-digitalen Auftritt benannte "Zeit" ist eine politische Nähe insgesamt und speziell durch ihre Redaktionsmitglieder zu verzeichnen. Nicht nur auf das Inland bezogen, auch für andere Regierungen.

" .. weil der Kern dessen, was sie tun, authentische Sinnproduktion ist .. " - einer dieser kryptischn Horx-Sätze die Alles oder Nichts bedeuten können:
Wenn Redaktionen mit Lobbyisten, Verbänden und einzelnen Regierungsvertretern eng verbunden sind erweckt das mindestens den Anschein von Parteilichkeit. Nicht von "Sinnproduktion" im Sinne (!) der Bevölkerung die diese Blätter bezahlen.

Das Gegenteil also von vorurteilsfreier, ausgewogener Berichterstattung. Vielleicht spricht Horx deswegen von " .. wirklich guten Quali­tätsmedien .. " und erspart es sich, diese leere Floskel mit Inhalt zu füllen. Die Qualitätsmedien arbeiten allesamt mit den Agenturmeldungen, nur vereinzelt werden noch Eigenrecherchen durchgeführt. Wo da die Qualität zu finden ist bleibt rätselhaft.

Großverlage, das darf nicht unerwähnt bleiben, haben ein Interesse Politik mitzubestimmen. Richtlinien macht die Kanzlerin, gut befreundet, wie bekannt, u.a. mit Frau Springer. Kaffeekränzchen wie bei Müllers? Mit Austausch von Backrezepten? Wenig glaubhaft!

Aufklärung betreiben heute die wenigsten dieser "Qualitätsmedien". Die kommt von völlig auf sich gestellten Weblogbetreibern, Youtubern und anderen Einzelkämpfern [Markus Beckedahl (netzpolitik); Tilo Jung (Jung & naiv); alternative Redaktionen wie "Krautreporter", leserfinanziert.] - oft gerade gegen den Widerstand der Etablierten. Dort erfährt der Leser Hintergründe, die aus falsch verstandener Staatsräson oder Angst um die eigene Position im Verteilungskampf um Anzeigengelder in den großen Häusern nicht mehr zu finden sind.

Fazit, und jetzt ernenne ich mich zum "Zukunftsforscher":

Nicht die "Qualitätsmedien" werden uns wahrhaftig informieren, sondern kommentierende Aggregatoren, Spartenblogs & kommentierte Videomitschnitte.
Nicht die "Blütezeit", sondern der "Honeymoon" ist vorbei. Die Konsolidierung, schon weit fortgeschritten was die Bloglandschaft angeht, wird sich weiter fortsetzen. Übrig bleibt dann irgendwann ein Konglomerat aus Einzelkämpfern, Gruppenkämpfern und Massenveröffentlichern.

Also wie schon immer.
Nur überwiegend elektronisch ....


* Mehdorn-Bilanz

  • Focke-Wulf: nicht mehr existent;
  • Heidelberger Druckmaschinen AG: Expansionswut & Rücknahme, Konkurs konnte von Nachfolge abgewehrt werden;
  • Deutsche Bahn AG: Infrastruktur marode, Fahrgastzahlen sinken; Gescheiterte Privatisierung, Datenaffäre.
  • Air Berlin: durch unflexible Reaktion Sanierung mißlungen;
  • Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: OK, da waren viele schlimme 'Köche' beteiligt den Brei anbrennen zu lassen .... und nur einer davon war Herr Mehdorn, Schröder-Freund, ein wenig glücklos und doch hoch gelobt.

  • Datenquellen:
    ⁰ Sammlung von Abbildungen [facebook-Nutzer] ▶ LINK
    ¹ buggisch.wordpress.com
    ² www.social-media-aachen.de
    ³ de.statista.com
    www.thomashutter.com
    allfacebook.de
    ⁶ Sammlung von Zitaten [aus facebook]; [via "Lockere Schraube"]LINK

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    Wo er Recht hat hat
    er Recht, der Herr Corbyn Ist Ihnen, liebe Leser, auch...
    Mr.Yoda, 02.07.17 03:05
    "Root", "Objective" & "Goal" der
    U.S.A.-Politik Hinter Cowboy-Romantik versteckt, "Wildem Westen" und einer weltumspannenden Medienindustrie...
    Mr.Yoda, 24.06.17 10:52
    Ach, Frau Nahles, wenn Sie
    doch verstünden was Sie tun ...! Die Reform der betrieblichen...
    Mr.Yoda, 25.05.17 03:22
    Scheinheiligkeit³ Die amerikanische Position zu
    jüngsten den Ereignissen in Syrien ist gekennzeichnet von einer noch...
    Mr.Yoda, 12.04.17 21:07
    Auf dem Weg in den
    Untergang .. In this new, unstable and unpredictable geological era,...
    Mr.Yoda, 05.04.17 00:29
    Integration Im WDR lief heute
    eine Sendung* zum Verhältnis zwischen Türken und Deutschen. Wesentliche Aspekte...
    Mr.Yoda, 24.03.17 03:13
    Die "Blütezeit" des Netzes ....
    (revisited) .... sei vorbei - so läßt uns der Zukunftsforscher...
    Mr.Yoda, 28.02.17 21:04
    Wieder mal: Zweierlei Maß
    .. Sadly, even though there has been this many cases reported...
    Mr.Yoda, 25.02.17 22:30
    Zu flach für eine Schmierenkomödie
    ....   Zu flach für eine Schmierenkomödie und völlig ohne...
    Mr.Yoda, 20.02.17 11:40
    Ich teile diese Bedenken und
    gehe davon aus, was gegen den Einzelnen verwendet werden...
    mark793, 20.01.17 16:24
    Vielen Dank für die intensive
    Diskussion .... wobei ich nochmal betonen möchte: Egal in...
    Mr.Yoda, 20.01.17 14:15
    Zensur, so wie ich den
    Begriff verstehe, bezeichnet staatliches oder zumindest hoheitliches Handeln, insofern...
    mark793, 20.01.17 13:40
    Hier würde ich gerne, auch
    weil die Diskussion ein angenehmes Niveau besitzt, doch noch...
    libralop, 20.01.17 09:10
    Gut, so gesehen bin ich
    völlig bei Ihnen, das alles stößt mir auch zunehmend...
    mark793, 20.01.17 07:52
    Die Manipulation der öffentlichen Meinung
    durch das, was so als "Mainstream-Medien" bezeichnet wird war...
    Mr.Yoda, 19.01.17 23:46


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