giant

Denkfehler: Wir halten uns für Riesen und sind doch nur Zwerge.

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit"

(George Orwell, 1984)



Mittwoch, 24. September 2014
"Saison"ware
Die meisten Geschäfte sind mittlerweile dazu übergegangen bestimmte Bekleidungsprodukte nur noch saisonal anzubieten. Das ist keine besonders intelligente Sache. Genauso verhält es sich mit den vorhandenen Größen: Einige Produkte werden nur in kleiner & bestenfalls mittlerer Größe angeboten. Wer, wie ich, Hosen mit Bundweiten über 48 und Hemden ab XXL kaufen möchte bekommt nichts "modisches", sondern bestenfalls altbackene Einheitsfarben und triste Muster.

Doch zurück zu den saisonalen Sortimenten:
Jetzt ist der Sommer bald endgültig vorbei und die Herbstware ist noch immer nicht 'am Lager' - gleichzeitig ist dies aber die Jahreszeit in der die Masse der Rentner sich nach Süden, zum Überwintern, auf den Weg macht. Wer jetzt nach Süden fährt kehrt nicht vor April/Mai nächsten Jahres zurück.

Die Zahlen der Überwinterer steigen seit Jahren an. Wer aber im Ausland überwintert fällt hierzulande als "Kunde" aus, es sei denn, das was dem Kaufwunsch entspricht, ist schon vorher im Angebot. Da es im europäischen Süden weniger kalt ist braucht diese Kundengruppe die sogenannte "Übergangskleidung" - und für den südlichen 'Winter', der mehr unserem frühen Herbst ähnelt, sogenannte "Herbstgarderobe".

Da wäre es doch sinnvoll, wenn die Bekleidungsanbieter schon vor der Abreise der Überwinterer ein entsprechendes Angebot vorrätig hätten - dazu noch in anderen Farben als beige und grau oder schwarz, denn das ist nicht mehr dem Geschmack der älteren Generation von heute angemessen.

Mehr als einmal bekam ich bei meinen Versuchen meine Garderobe zu ergänzen zu hören: "Das kommt erst in zwei bis drei Wochen" oder "In ihrer Größe haben wir das nicht" oder "Das wird nur für die 'Junge Mode-Kollektion' so gefertigt".

Ich will nur mal aufschreiben was ich gern gekauft hätte - und nicht gefunden habe. Trotz intensiver Suche.

- zwei Rollis;
- zwei lange Cargo-Jeans, kein "Stretch";
- zwei langärmelige Hemden, Button-down-Kragen;
- eine leichte Herbstjacke, ungefüttert;

Und jetzt, liebe Leser, rechnen sie das mal hoch auf mehrere hunderttausend überwinternde Rentner!

Tja, da ist nun die Bereitschaft da die Wirtschaft anzukurbeln - aber kein Angebot vorhanden. Ich werde wohl in Spanien kaufen müssen. Allerdings ist wegen der dort durchschnittlich kleineren und dünneren Männerwelt das Problem nicht geringer .... was bei uns als XL angeboten wird ist dort als XXL gelabelt, und XXXL bedeutet unser XXL - ist aber häufig nur in ein oder zwei Stücken vorhanden. Wenn überhaupt.

Letztendlich werde ich wohl auf Kataloganbieter wie "Landsend" oder "JCPenny" o.ä. zurückgreifen müssen und ich höre schon das Stöhnen der Einzelhändler der Versandhandel nehme ihnen Kunden weg ....

Ja wie denn sonst, liebe Einzelhändler, wenn ihr nicht flexibel genug seid auf eine seit Jahren bekannte und steigende NACHFRAGE zu reagieren?

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Donnerstag, 18. September 2014
Mensch & Natur
Zitat:
Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter.
Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat,
sich selbst zu beherrschen.
[Albert Schweitzer]

In einer Sendung des Fernsehens sah ich einen Bericht zu Angeboten für genetische Analysen. Sie sollen (angeblich) das Risiko später im Leben bestimmte Krankheiten zu bekommen vorhersagen können. Außerdem wird von den Anbietern behauptet sie könnten Tips geben, wie man sich ernähren muß um gesund und normalgewichtig zu bleiben.

Klingt erstmal ganz vielversprechend. Wohl nur für die Menschen, die auch an Astrologie und Horoskope glauben. Denn die Genetik kann zwar viel, aber nicht das, was da versprochen wird.

Wie immer wird Wahres mit Unwahrem vermischt zu einer geschwurbelten Beschreibung die zwar schön klingt aber wissenschaftlich Unsinn ist. Zwar können mit Hilfe der Genetik bestimmte Tendenzen erfaßt werden, mehr nicht. Es kommt zusätzlich immer auf die Lebensweise der betroffenen Person an - so, wie ein Genie im Leben scheitern kann, wenn es nicht in der Lage ist diese 'Gabe' der Natur so einzusetzen, dass daraus der Lebensunterhalt zu bestreiten ist.

Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie mit der Unwissenheit breiter Bevölkerungsschichten hinsichtlich der Naturwissenschaften Geld verdient wird. Viel Geld.

Gleichzeitig ist es ein Hinweis wie wichtig eine umfassend angelegte Bildung ist.

Noch ein Hinweis auf die eingangs erwähnte Frage der Ernährung:
Da sollte man die altbewährte Grundregel einhalten - 30% Eiweiß (aber nicht mehr als das Körpergewicht in Gramm), 30% Kohlehydrate, 30% Fett und der Rest Ballaststoffe ....
Und immer schön kauen! ;c)

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Donnerstag, 11. September 2014
30:2
.
.. while our major news networks showcased the slaughtering of Foley and Sotloff, they blacked out a story that Saudi Arabia had beheaded an Iranian and three Syrians convicted of attempting to smuggle hashish, bringing the number of people decapitated the past month in the oil-rich kingdom to 30. The barbarity of the Saudis, our [U.S.A. Anm.d.Verf.] friends and close allies in the Middle East ..
[Quelle / Link]

Ich hatte schon zuvor darauf hingewiesen: Jede Hinrichtung ist abzulehnen, egal aus welchem Grund, weil sie lediglich ein archaisches Prinzip von "Auge für Auge" repliziert. Das sollte im 21. Jahrhundert längst 'überholt' sein.

30:2 - das sind 2 Enthauptungen durch IS, die jetzt laut Rede des U.S.-Präsidenten die geballte Macht der U.S.A. und ihrer Verbündeten treffen soll gegen 30 Enthauptungen im letzten Monat alleine (!) durch Saudi Arabien, einen engen Verbündeten der U.S.A. Wir würden wohl aus unserer Sicht die Saudis bestimmt nicht als lupenreine Demokraten bezeichnen.

Der Unterschied zwischen den Saudis und IS?

Die Saudis haben Öl - und sie haben jüngst den Amerikanern "Trainingscamps" gestattet.

Es gibt zudem Veröffentlichungen die spekulieren, die IS sei eine "Truppe, in Jordanien ausgebildet und bewaffnet von der CIA" um den Nahen Osten zu destabilisieren und den U.S.A. eine Handhabe zu verstärktem Eingreifen zu geben ....

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Sonntag, 31. August 2014
Wort am Sonntag:
Eiswasser ...? Eiswasser ...!
Gestern (Sonnabend, 30.08.2014) sah ich das "Wort zum Sonntag" - dort wurde die "Eiswasser-Challenge" angesprochen*, die in den U.S.A. für Aufsehen sorgt und an der schon abermillionen gutgläubige Menschen teilgenommen haben:
Die Videos werden ins Internet gestellt und es funktioniert wie ein Kettenbrief - die 'Übergossenen' nennen drei Leute die es ihnen nachtun sollen ....

Dazu zwei Anmerkungen.

Erstens kommt tatsächlich nur ein Bruchteil der gesammelten Gelder dem genannten Zweck zugute, wie nachzulesen ist:
[Zitat]
.. Die ALS Association, an die die Spenden aus der Ice Bucket Challenge fließen, gab im letzten Jahr mehr als die Hälfte der eingenommenen Gelder für ihre Mitarbeiter aus
Seit dem letzten Monat bahnt sich die Ice Bucket Challenge ihren Weg durch die Videoportale, Boulevardnachrichten und Sozialen Medien: Eine Art Video-Kettenbrief, bei dem die sich die Nominierten dabei filmen lassen, wie sie sich einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf schütten und danach drei andere Namen nennen, die das wiederholen und 10 Dollar (beziehungsweise 10 Euro) an die ALS Association spenden sollen. Wer dazu nicht bereit ist, soll 100 Dollar (oder Euro) spenden ..


Zweitens ist es schon peinlich zu nennen wie sich ein Pfarrer anbiedert* und an einen aktuellen Trend anhängt um auf diese Weise die Kirche ins Gespräch zu bringen:
Der Essener Pfarrer Gereon Alter spricht das "Wort zum Sonntag" zur "Ice Bucket Challenge".

Da sag' ich nur:
Ehy, Alter, hättste erst 'mal Info geholt un' Wasser geschpaart ....

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Freitag, 22. August 2014
Auge für Auge ....
Tora
(Ex 21,23–25 EU)
„… so sollst du geben
Leben für Leben,
Auge für Auge,
Zahn für Zahn,
Hand für Hand,
Fuß für Fuß,…"

[WIKIPEDIA]

Ein Mensch wurde von den ISIS-Milizen getötet.
Auf barbarische Art & Weise, jenseits unserer Wertvorstellungen.

Es ist sehr bedauerlich, dass hier ein Unschuldiger sterben mußte.
Ein Aufschrei geht um die Welt.
Mit Recht.

Viele Menschen werden täglich durch Kampfdrohnen der Amerikaner getötet.
Auf 'elegante' Art & Weise, jenseits unserer Vorstellungskraft.

Es ist sehr bedauerlich, dass immer wieder Unschuldige sterben, Frauen, Kinder, Greise.
Ich vermisse den Aufschrei rund um die Welt.
Mit Recht?

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Mittwoch, 13. August 2014
Voll in die Sche***e ....
1
[Photo: Abode of Chaos (CC BY 2.0)
"click!" auf das Bild vergrößert ....

Voll in die Sche***e greifen die Amerikaner häufiger wenn sie in irgendwelchen Regionen der Welt irgendwelche Leute unterstützen von denen sie glauben, die könnten in der Zukunft für sie nützlich sein. Oder nur deswegen, weil sie gegen die Partei in ihrem Land kämpfen die die Amerikaner - egal aus welchen Gründen auch immer - ablehnen.

So wieder einmal bewiesen im Fall des "Chefs" der ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi*, der das Machtvakuum und die daraus resultierende Ungewißheit der Menschen im Irak ausnutzte. ISIS - mittlerweile von Syrien bis in den Irak ausgebreitet - überzieht die Region mit Angst & Schrecken und verübt (offenbar bewiesen) Greueltaten.

* The New Iraqi Monster America Helped Make

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Dienstag, 5. August 2014
Elitär
Als ich 1970 an der Hannover'schen ('kleinen') Mensa einer Kommilitonin die Türe öffnete um sie zuerst reingehen zu lassen zischte sie mich an: "Elitärer Scheißer!"
Mir wurde da bewußt, dass sich durch die '68er Studentenbewegung - noch in vollem Gange - etwas verändert hatte und weiter veränderte. Nicht in allen Aspekten zum Besseren, soviel steht heute im Rückblick fest.

Glücklicherweise und gut für mich, der ich mich an die neuen, 'repressionsfreien' Umgangsformen nicht so recht gewöhnen konnte, war der Umstand, dass es unter den Kommilitoninnen und den anderen Frauen gleichen Alters noch genug 'Andersdenkende' gab. Solche, die eine höfliche Geste nicht sofort mit revolutionärer Inbrunst zu meinen Ungunsten als Unterdrückungsversuch dem weiblichen Geschlecht gegenüber beurteilten - ich war nicht völlig "out" wie es heute heißen würde, nicht sozial isoliert & geächtet, nicht komplett verloren und zu ewigem Alleinsein verdammt ....

Heute sind die vormaligen Revolutionäre - mit wenigen Ausnahmen und egal ob Männlein oder Weiblein - nach ihrem Marsch durch die Institutionen sozial angepaßt und als Pensionäre wohl bestallt:

Sie haben irgendwann ihre Ideale verloren, verraten und verkauft gegen das, was hierzulande als "bürgerliches Leben" und normal angepriesen wird. Zurückgeblieben ist aus der Zeit eine Horde Kinder denen in den frühen Jahren eine ordentliche Erziehung verweigert wurde und die deswegen zu Menschenfeinden wurden - stets darauf bedacht sich selbst den größtmöglichen Vorteil zu verschaffen und sich mit Ellenbogen und dem Motto "Ich, ich und nochmal ich!" durch die Zeit bewegen.

Die Ironie liegt darin, dass es genau diese Kinder der sich emanzipierenden 68er Generation sind, die nun die damaligen Ideale ins Gegenteil verkehrt haben. Eine Generation von Egoisten, die sich ob der Abwendung von dem, woran ihre Eltern glaubten, zu elitären Tyrannen entwickelt haben die dem Geld nachlaufen und sich darüber definieren:
Nicht die Revolution frißt ihre Kinder, sondern die Kinder der Revolutionäre veränderten bereits und verändern immer noch die Revolution zu einem neoliberalen Moloch, der die verschlingt, die nicht als "Elite" geboren sind. Geist zählt nicht mehr, Bildung ist überflüssig, gesellschaftliches Engagement wird verlacht, dem Mittelmaß gehört die Stunde.

Als neue Elite verstehen sich Jene, die ein Computerprogramm zu schreiben verstehen - in Masse nicht die Besten im Lande, denn sowas ist 'Handwerk', es besteht aus Wiederholung und Routinen. Mechanistisch, ohne nach Transfer oder Assoziationsvermögen, schon erst Recht nicht nach Phantasie oder Intuition verlangend. OK, es gibt auch da Ausnahmen, allerdings hält sich deren Zahl in Grenzen.

Die 'Freaks', die früher in abgedunkelten Räumen saßen und Pizza als Hauptnahrung ansahen, sind den technisierten Mobiltelefonträgern gewichen, die sich RFID-Chips implantieren lassen weil man dann die Haustüre elektronisch öffnen kann. Ein zweifelhafter Nutzen, wenn man die Folgen für die Gesellschaft bedenkt. Die meinen durch ihre Aktivitäten die Welt ändern zu müssen - eine Welt, vor der sie nicht mehr staunend wie kleine Kinder stehen, sondern die sie sich um jeden Preis per "App" verfügbar machen wollen. Koste es was es wolle.

Da lob' ich mit die früheren Eliten, bei all den Mängeln die es gab. Die wußten wenigstens noch eine Oper von einem Musical zu unterscheiden und hielten Neo für eine Vorsilbe und nicht den Namen einer Person oder eines Fisches ....

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Prioritäten
Heute Abend (04.08.) hat Erste Programm einen kurzen Beitrag zu TTIP gesendet: "Der große Deal - Geheimakte Freihandelsabkommen", Gesamtdauer 30 Minuten.

Am Sonnabend sendete das Erste Programm "Verstehen Sie Spaß?" - eine klamaukige Sendung die von der Schadenfreude über die Hereingelegten lebt - mit einer Gesamtdauer von 90 Minuten, das Zweite Programm servierte dem staunenden Sonnabendpublikum "Die große Grillshow" mit einer Gesamtdauer von 150 Minuten. Grillen mit Prominenten, öffentlich-rechtlich vorgestellt zur besten Sendezeit.

Die Dimension des geheim verhandelten TTIP betrifft alle Bürger der EU.

Der Spaß-Sendung, die eine Minderheit [Verstehen Sie Spaß?; 20:14; 0,85 Mio.; 10,8 %], die sich am Mißgeschick Anderer erfreuen kann sah, räumte man dreimal soviel Zeit ein.
Der Grill-Sendung, die gerade einmal 2 Mio Zuseher angeschaut haben, hat man gar die fünffache Zeit eingeräumt.

Der reine Vergleich der Sendezeit sagt natürlich nicht allgemeingültig etwas über die Qualität der betreffenden Sendung aus. Davon möge sich der Leser selbst überzeugen.

Ich stelle nur die Frage:
Sind die eingeräumten Sendezeiten & Sendetage dem jeweiligen Thema angemessen?
Und beantworte sie mit:
NEIN.

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Sonntag, 3. August 2014
Inkonsequenz
Manchmal denke ich:
Inkonsequenz muß eine nationale Eigenschaft sein.

Wo man hinkommt haben die Leute irgendetwas worüber sie sich aufregen, worüber sie klagen oder meckern. Auf Nachfrage kommt dann heraus, dass sie genau die Parteien gewählt haben über deren Handeln sie jetzt aufgebracht sind, das sie mißbilligen. Der Vorschlag allerdings, bei der nächsten Wahl doch eine andere Partei zu wählen kommt meist garnicht gut an. Nein, aus Tradition wähle man nun schon seit Jahren diese Partei und das werde sich auch nicht ändern - weil die "Anderen" es ja auch nicht besser können oder machen würden. Inkonsequenz, erstes Beispiel.

Neulich in unserer Nachbarschaft großes Getöse: Ehestreit, lautstark bei offenen Fenstern ausgetragen, über zwei Tage richtig 'Zoff'. Drei unserer Nachbarn haben das gesprächsweise in den letzten Tagen erwähnt und ihre Empörung darüber ausgedrückt.
Nun traf ich dieser Tage die Hausmeisterin und fragte mal nach, ob sich denn jemand bei ihr wegen der Ruhestörung beschwert hätte. Nein, niemand hatte etwas erwähnt - und wenn, sagte sie, müßte sie das sowieso schriftlich mit Unterschrift haben um etwas zu unternehmen .... Inkonsequenz, zweites Beispiel.

Dabei will ich es belassen. Jede/-r kennt ähnliche Situationen:
Erst wird laut getönt und räsoniert - dann erfolgt - - - NICHTS!
Aber:
Alle wollen "wichtig" sein, Vereinsvorstand oder sowas, irgendein Amt, das aus der Masse heraushebt. Herrschen, also die Unten kujonieren - und sich mit der Obrigkeit nicht anlegen.

Verwalten ist beliebt. Kneifen, sich heraus halten, sich bedeckt halten und nur nicht für etwas verantwortlich sein, das scheint demgegenüber im Konfliktfall oder wenn es zum Schwure kommen müßte die einzige Handlungsoption für eine Mehrzahl von Mitbürgern zu sein. Das ist - fast einhundert Jahre nach Abschaffung der Monarchie - ein Armutszeugnis für unsere Nation.

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Sonntag, 27. Juli 2014
Erkenntnis: Pitch­forks and Tor­ches*
Der nachfolgend zitierte Artikel stellt die gängige konservative Sicht des ökonomischen Gleichgewichts in Frage. Auf eine Übersetzung habe ich diesmal verzichtet, denn über Google Übersetzer kann bei Eingabe des englischen Textes eine zumindest in Grundzügen verständliche Version generiert werden - und wer Englisch zu lesen imstande ist wird sowieso die Originalversion vorziehen.

Der Autor räumt auf mit der These es sei schädlich für das Wirtschaftssystem eines Landes höhere Löhne & Gehälter zu zahlen und stellt in wenigen Absätzen klar, dass genau das Gegenteil der Fall ist - als Beispiel führt er eine bereits abgelaufene Initiative im Raum Seattle an, durch die bewiesen werden konnte dass sein Vorschlag zur Belebung der Wirtschaft funktioniert.

Das erste Textzitat habe ich gewählt weil es ausdrückt was Viele denken:
Wer das Tausendfache verdient gibt nicht das Tausendfache aus - sondern investiert den 'Überschuß' um daraus Zinsen und Zinseszinsen zu generieren.

Das zweite Zitat zeigt auf wie gleichzeitig der Wasserkopf von Regierungsbehörden geschrumpft werden kann - wenn der Wille von Wirtschaft und Politik auf das gleiche Ziel gerichtet ist.
 
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Der Autor [Nick Hanauer; Text: My Fellow Zillionaires.] warnt alle 'Superreichen' davor die Augen vor dem zunehmenden Gefälle zur Masse der Bevölkerung zu schließen und greift zu einer drastischen Beschreibung der Folge solcher Ignoranz:
Er zitiert die Heugabel- & Fackeln-Szene aus dem ersten Draculafilm (siehe Link & Quelle unten) in der der aufgebrachte Mob sich zur Lynchjustiz aufmacht - und warnt die oberen 0,01% seines Landes davor sich diesem Risiko auszusetzen, dessen Herannahen er kommen sieht.
Unausweichlich.
 
 
* Pitchforks and torches have long symbolized an angry mob. The pitchforks-and-torches mob was present in the film Frankenstein (1931)

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Sonntag, 13. Juli 2014
Kosten & Lebensqualität

Die Ausgangslage

Als ich 2005 berufsbedingt nach Hamburg zog kostete eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Eppendorf ca. 450 €uro. Heute, knapp zehn Jahre später, ist eine solche Wohnung nicht unter 650 €uro zu mieten. Ich kenne keinen Berufszweig in dem in den letzten zehn Jahren die Gehaltssteigerung 45% betragen hat - das wären pro Jahr ca. 5% Gehaltserhöhung.

In München, womöglich noch begehrter als Hamburg, Frankfurt oder Berlin, bezahlt man mittlerweile für eine Ein-Zimmer-Wohnung um die 700 €uro. Das ist selbst bei überdurchschnittlichen Einkommen ein dicker Batzen des monatlichen Budgets.

Nun hilft es nicht viel das lediglich zu beklagen. Es muß erstmal die Frage gestellt werden wodurch diese Steigerung entsteht und zweitens wie man ihr begegnet.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 

Wodurch also werden die steigenden Mieten in deutschen Großstädten hervorgerufen?

Die erste Antwort:

Das ist eine Frage von Angebot & Nachfrage - wenn viele Menschen eine Wohnung suchen können die Vermieter die Mieten erhöhen, es finden sich offenbar immer noch genug Mieter die das bezahlen.

Die zweite Antwort:

Wer sich eine solche Miete aus eigener Entlohnung nicht leisten kann bekommt Hilfe vom Staat - Wohngeld, zum Beispiel, ist da eine Variante. Aber wer erfüllt schon die Kriterien für den Erhalt von Wohngeld? Die Zahl der Berechtigten hält sich deswegen auch in Grenzen.
Immerhin ist es für einen kleinen Teil der Mieter genug um sich die nachgefragten, überhöhten Mieten gerade noch leisten zu können.

Die dritte Antwort:

Anleger von nah und fern sehen in den Immobilien eine lohnende Geldanlage, denn in ihren eigenen Ländern ist das Geld nicht mehr "sicher" - sie sehen die Gefahr es zu verlieren.
In einer solchen Situation ist das Risiko des Verlustes von 10 oder 20 % der Geldanlage vernachlässigbar wenn sich die Marktlage ändert, denn im schlimmsten Fall droht zu Hause ein 100%-Verlust.
Hier kommen auch die institutionellen Anleger ins Spiel. Sie suchen ebenfalls nach Anlagemöglichkeiten nachdem die gewerblichen Immobilien nicht mehr absetzbar sind und deswegen keine Rendite zu erwarten ist. Wohnungen werden immer noch nachgefragt, die Zahl der Single-Haushalte wächst - und damit die benötigte Zahl von Kleinwohnungen vor allem dort, wo noch Unternehmen angesiedelt sind die wachsen.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 

Wie lassen sich die Mietpreise bremsen bzw. weitere Erhöhungen stoppen?

Die erste Maßnahme: Wohn- oder Vermietzwang

Wegen der hierzulande bestehenden gesetzlichen und steuerrechtlichen Vorgaben kann es sich für Besitzer lohnen Wohnraum unvermietet "leer stehen" zu lassen - da könnte, nach dem Motto "Eigentum verpflichtet!" eine Regelung helfen die es verbietet Wohnungen über einen gewissen Zeitrahmen hinaus unvermietet zu halten. Überschreitet der Besitzer - egal ob Privatperson oder Gesellschaft - diese Fristen müßte die Kommune übernehmen und eine Vermietung vornehmen. Ziel ist hier eine Angebotserhöhung, wodurch die Nachfrage besser befriedigt werden könnte.

Die zweite Maßnahme: Ausgleichsabgabe

Außerdem könnten gesetzliche Vorgaben geschaffen werden, die fordern, dass Investoren zusätzlich zu ihrer Anlage einen Beitrag zur Infrastruktur leisten der vom Kaufpreis zum einen und vom Mietpreis zum anderen abhängig ist.
Dies beinhaltet den Gedanken, dass Menschen die in diesem Wohnraum leben einen Beitrag zum Gesamtwohl der Stadt/Region leisten, sie dem Anleger seinen Geldeinsatz durch die Mietzahlung erstatten und darüber hinaus einen Zugewinn sichern.
Die Ausgleichsabgabe auf den erhobenen Mietpreis - eventuell versehen mit einem Exponentialfaktor - bremst das Mietbegehren.

Der Anleger profitiert durch Wertsteigerung der Immobilien in einem nachfrageintensiven Markt ohne selbst einen Beitrag zu leisten - die Kosten für die Infrastrukturmaßnahmen werden nur von denen getragen, die tatsächlich dort leben und arbeiten:
Demnach handelt es sich also bei einer Zusatzabgabe auf den Kaufpreis um eine Abschöpfung des Gewinnpotenzials von Immobilien, was eine Abkühlung des überhitzten Marktes nach sich ziehen könnte.

Die dritte Maßnahme: Mißverhältnis Angebot/Nachfrage korrigieren.

Wenn es ein Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage gibt wäre es sinnvoll durch vermehrte öffentliche Bautätigkeit die Situation zugunsten des Angebots zu verschieben - das allerdings durch gemeinnützige, öffentliche Institutionen, denn in der Vergangenheit hat sich ja gerade gezeigt, dass die Einbindung von auf Profit ausgerichteten Unternehmen langfristig eher zu einer weiteren Verteuerung von Wohnraum geführt haben - ohne gleichzeitig die Erhaltung und Modernisierung zeitgemäß voranzutreiben.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
Nachsatz:
Selbstverständlich erhebt dieser Artikel nicht den Anspruch alle Facetten des Problems erschöpfend zu besprechen.

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Sonntag, 6. Juli 2014
"Und willst du nicht mein Bruder sein ...."
".... dann schlag' ich dir den Schädel ein!" - so lautet ein etwas drastisches, gefügeltes Wort. Es ist, wie ich meine, eine gute Einleitung zu den folgenden Überlegungen.

Frau Rabe brachte mich kürzlich zum Nachdenken. Mit einer Frage [Wo ist der Unter­schied zu anderen?] in ihrem Kommentar.

Natürlich sind Menschen verschieden und 'glauben' - geprägt aus Elternhaus, Schule, Beruf, Landsmannschaft und Erfahrung - an sehr unterschiedliche Dinge. Diese Vielfalt ist es ja gerade, die das Leben interessant macht. Was zugleich heißt:

Diese Verschiedenheit ist weder Anlaß zur Sorge, noch sollte sie Anlaß für 'tödliche' Feindschaft sein.

Wie bekannt gelingt das aber selten bis nie. Wer verschiedener Meinung ist wird erstmal mit Worten 'bearbeitet'. Um die Meinung an die eigene anzugleichen. Gelingt das nicht auf Anhieb, so werden nach und nach stärkere Geschütze aufgefahren:

Vermeintliche oder tatsächliche Meinungsführer aus dem öffentlichen Leben werden zitiert. Auf die schlimmen Folgen dessen, was passiert wenn man sich nicht besinnt und umdenkt wird hingewiesen. Der Verlust an Freunden und Bekannten wird beschworen. Wenn das alles nicht hilft werden die Gespräche immer lauter, immer heftiger und am Ende gar - je nach Herkunft und erlerntem Konfliktlösungsverhalten - 'tätlich' ....

Ich kann beispielsweise christliches Denken (oder auch naturheilkundliche "Behandlung") nicht ernst nehmen. Vieles, was dazu gesagt und geschrieben ist, ist mir schon deswegen verdächtig, weil es keiner Logik - wenigstens keiner nachvollziehbaren Logik - folgt.

Um allerdings die Apologeten einer solchen Denkweise als Mensch zu schätzen, als Mensch zu achten, muß ich nicht unbedingt gleicher Auffassung zu den oben genannten (nur als Beispiel gewählten) Themen sein:

Wenn also Jemand eine Meinung vetritt die ich nicht teilen kann so ist das eine Sache. Derjenige bleibt aber ein Mensch, er wird nicht automatisch zum Feind.

Ich mag seine Lebensideale nicht teilen, aber solange er nicht versucht meine wegzunehmen kann ich auch damit bestens leben. Dennoch darf ich und muß ich aus meinem Selbstverständnis und Lebensentwurf darauf hinweisen WAS ich an dem Denken & Handeln Anderer für falsch halte.

Was Vielen fehlt ist eine grundsätzliche Gelassenheit andere Meinungen hinzunehmen - und sie nicht als persönlichen Affront, als Angriff oder Frechheit zu sehen. Eine Tatsache, die übrigens auch im geschäftlichen und politischen Umgang gut täte.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
1. Unter dem - ähnlich klingenden - Titel "Und willst Du nicht mein Bruder sein… oder „Was erlaube Schweiz?“ " gibt es übrigens einen (sehr) lesenswerten Artikel zum Thema "Verhältnis Schweiz - EU".

 ∙ ▪  ▪ ∙ 
* Zum Ursprung dieses Satzes gibt es verschiedene Deutungen:
2. Universal-Lexikon
3. WIKIPEDIA
4. Geflügelte Worte (Wikipedia) / Wikiquote
5. Bistum TRIER - das übrigens mit der Zuordnung zu Lenin irrt. Wie aus Ziffern 2-4 leicht zu erkennen ist.

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OK, es 'ist schon einiges passiert' - aber war das wirklich zugunsten der Bürger...
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Ich bin im Zweifel ob das Ergebnis wirklich ein "Ruck" war - mindestens sind...
Mr.Yoda, 05.08.14 21:28
der marsch durch die institutionen war oft ne diagonalkarriere von links unten nach rechts...
wilhelm peter, 05.08.14 14:17
Elitär Als ich 1970 an der Hannover'schen ('kleinen') Mensa einer Kommilitonin die Türe öffnete um...
Mr.Yoda, 05.08.14 10:53
Im verlinkten Beitrag - genauer in den Kommentaren - fand ich besonders den Hinweis...
Mr.Yoda, 05.08.14 00:53
ein zwangsfinanzierter volksempfänger funktioniert nach anderen gesetzen ne sendung über ttip ist bloss feigenblatt...
wilhelm peter, 05.08.14 00:40
Prioritäten Heute Abend (04.08.) hat Erste Programm einen kurzen Beitrag zu TTIP gesendet: "Der große...
Mr.Yoda, 05.08.14 00:17
.... einige Jahre lang hatte ich noch Hoffnung, dass sich das ändern könnte. Leider...
Mr.Yoda, 04.08.14 09:29
aber sicher seit jahrzehnten
wilhelm peter, 04.08.14 01:52
Dann .... sind wir wohl ein Volk von 'allerdümmsten Kälbern' ....
Mr.Yoda, 03.08.14 19:30
nur die allerdümmsten kälber wählen ihre schlächter selber bert brecht
wilhelm peter, 03.08.14 16:39



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