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Denkfehler: Wir halten uns für Riesen und sind doch nur Zwerge.

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit"
(George Orwell, 1984)



Mittwoch, 12. Juli 2017
Meinungsmanipulation ohne Absicht ...?

 
Alles nur Zufall ..?!

Viele Deutsche haben ein verschrobenes Bild selbst ihrer unmittelbaren Umgebung, ihres Landes und des Zustandes, in dem sich die verschiedenen Weltregionen befinden. Diese Wahrnehmungsverschiebung ist das Ergebnis von Selektionskriterien die oft weder objektiv noch der Bedeutung des Berichteten angemessen sind - verschärft durch den Umstand der Auswahl nach Algoritmen beispielsweise in den sogenannten "sozialen Medien".

Es geht in den Informationen nicht mehr um die Bedeutung der Inhalte, sondern um deren Aufmerksamkeitswert, überspitzt: die Zahl der "clicks!", "Oh"s und "Ah"s der Rezipienten.

So werden Make-up~ & Modetips, niedliche Kätzchen (und schon weniger häufig Hundchen), Selbstgebackenes / ~gestricktes und Abnormitäten zu Medienereignissen. Während nützliche und notwendige Informationen nicht mehr genügend Raum erhalten, weil er durch diese Mätzchen schon okkupiert ist. Die Auswahl der Verantwortlichen in "print" und "medien" basiert auf Popularitätsheischerei, ernsthafte Themen - vor allem wenn sie sich nicht in wenigen Sätzen oder Bildsequenzen zusammenfasen lassen - haben keine Chance ....

So ist der Kampfbegriff "Lügenpresse" zugleich wahr und unwahr, denn die Zahl der bewußten Lügen hält sich - einmal abgesehen von denen, mit deren Hilfe der U.S. Präsi zu punkten sucht - in Grenzen. Was positiv, ermutigend und entlastend ist wird weniger berichtet, negative, entmutigende und schmuddelige Kleinigkeiten haben Hochkonjunktur.

Die Grenze des Wahren und des Erlogenen ist fliessend, wobei weder den äußersten Linken noch Rechten es gelingt eine differenzierte Sicht der Welt einzunehmen. An den Rändern nimmt die Polarisierung am meisten zu, denn dort kommen noch häufig mangelnde Allgemein~ und schon erst recht naturwissenschaftliche Bildung zu dem grundsätzlichen (und sicher berechtigten!) Zorn auf die Profiteure der Gesellschaft hinzu. Die Tatsache z.B., dass mit Vermögen (Kapital, Immobilien, Unternehmen) mehr Geld verdient werden kann als mit der Arbeit - die das erschaffen hat - wird kaum noch diskutiert, obwohl sie doch die Gesellschaft zunehmend spaltet.

Das Ergebnis der Schieflage bei der Berichterstattung ist eine Pauschalisierung, der Verlust jeglicher Differenzierung und Rationalität. Also genau das, was man bei "facebook" und ähnlichen Plattformen in voller 'Blüte' beobachten kann. Das Geschäftsmodell dort heißt "Haß schüren","Ablehnung des Fremden", "haltlose Verdächtigungen", kurzum Solidarisierung des ansonsten stimmen~ und zusammenhanglosen Mobs. Dessen tiefste Abgründe werden ungefiltert an die Oberfläche gespült und täuschen dadurch Bedeutung vor, die keinem dieser Themen tatsächlich zukommen sollte. Mit Dreck Geld verdienen. Der Verlust jeglicher Moral. Kapitalismus 'at its best'.

Ein Beispiel aus jüngerer Zeit:

" .. Die Falschmeldung über die Spaghettimonster-Verhandlung am OLG Brandenburg, die sich in Windeseile überall in den Medien verbreitete, verdeutlicht auf tragische Weise, dass Fakenews im Journalismus vor allem auch durch Sparwut zustande kommen .. "

[Quelle]

Aus Sparsamkeit am falschen Ende, einer Fahrlässigkeit, unprofessionellem Verhalten, wird eine Falschmeldung. Das an sich ist unter die Überschrift "Wechselfälle des Lebens" zu verbuchen. Fehler kommen vor. Allerdings könnte man in diesem Fall auch Wunschdenken oder gar böse Absicht vermuten, denn das Anliegen der Spaghettijünger wird den etablierten Kirchen bestimmt nicht gut gefallen ....

Wer schreibt, wer sich damit an die Öffentlichkeit wendet, hat eine besondere Pflicht zur Sorgfalt - und da hapert es aus mehreren Gründen. Die Basis für ein fundiertes Verständnis der Welt, für eine fundierte Entscheidungsfindung bei der Gewinnung einer politischen Einstellung, ist eine Informationsgenauigkeit die ohne Beeinflussung durch die eigene Einstellung der Berichtenden zustande kommt. Eine Wunschvorstellung der Redakteure, ihre eigene Auffassung, ihre eigenen Vorurteile sind da nur im Weg. Aber auch die Lesenden haben eine Pflicht, die Pflicht zur Aufmerksamkeit und gegebenenfalls Intervention bei offensichtlichen Sachmängeln und Verfälschungen. Sie müssen sich aktiv verhalten und nicht aus Bequemlichkeit unterlassen was zur Korrektur nötig ist: Sich melden, sich höflich aber bestimmt äußern und einer Diskussion stellen.

Wer sich nicht 'betätigt' muß sich nicht wundern wenn jene Kräfte Oberhand gewinnen die nichts zur Sache und lediglich Emotionen beizutragen haben.

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Sonntag, 2. Juli 2017
Wo er Recht hat hat er Recht, der Herr Corbyn

Ist Ihnen, liebe Leser, auch schon aufgefallen wie hierzulande über den britischen Oppositionsführer Jeremy Corbyn berichtet wird? Oder über den US-Politker Senator Bernie Sanders? Oder - um im Inland zu bleiben - über die Politik und Programmatik die "Die Linke" vorschlägt?

Wenig bis gar nicht - und wenn doch, dann immer mit Seitenhieben wie "sozialistische Grundhaltung", "proto-marxistisches Programm" oder "Unerfahrenheit in Sicherheitsfragen" und gar "Terroristensympathisant".

Es sind diese scheinbar nebensächlichen Attribute, diese beschreibenden Adjektive, die den Zuhörern suggestiv mitteilen sollen: Ein solcher Politiker taugt nicht für eine Spitzenrolle, als Premier, als international anerkannter Gesprächspartner. Wenn das noch nicht genügt werden noch ein paar »Jugendsünden« hervorgekramt und es wird unterstellt sowas sei nicht "regierungsfähig".

All das kommt uns doch sehr bekannt vor, es wird in gleicher Weise in vielen Ländern rund um den Globus gehandhabt. Gelobt werden eher rechts und konservativ stehende Kräfte, beschrieben als "bürgerliche Mitte". Das sind jene Politiker, die ihre Seele - und gegebenenfalls ihre Großmutter - für einen bequemen Posten an Großspender verkaufen [in U.S.A. euphemistisch schon mal als "special interest" bezeichnet]. Was früher "Korruption" genannt wurde heißt heute vornehm umschreibend "Networking" und ist gesellschaftsfähig geworden.
Verteufelt werden all Jene, die von der Story abzuweichen wagen die der derzeitigen Regierungsmeinung und -einschätzung entspricht. "Anti-Establishment" wird zum Schimpfwort, und (fast) kein Journalist aus den großen Medien wagt sich eine gegenteilige Einschätzung öffentlich zu verlauten.

Wer sich dennoch getraut eine alternative Betrachtung zu berichten muß schon eine starke Hausmacht im Hintergrund haben - oder eben keine Angst vor Verlust der bequemen Position: Das sind nicht viele Politiker oder Journalisten, weder bei uns noch in den U.S.A. oder Großbritannien.

Überlegen Sie doch mal was in den letzten Monaten und Jahren so passiert ist und was davon hier bei uns wahrgenommen werden konnte - es sei denn, man informiert sich aus Internetquellen und nicht nur aus den 20:00h-Nachrichten & Tageszeitungen .... viel interessanter ist nämlich das was in den Nachrichten nicht berichtet wird, woran die Bevölkerung nicht denken soll, was angeblich nebensächlich oder vernachlässigbar ist.

Es geht auch anders - und deswegen ist es den »Etablierten« so wichtig das tot zu schweigen:

" .. Unlike most of the leaders of major Western political parties, Jeremy Corbyn chose to be honest rather than treating citizens like children, and to the surprise of many he gained support. In the end, his party picked up 32 seats and a larger “government in waiting” role in a hung parliament .. " [Quelle]

treating citizens like children - genau das ist es, was zum Beispiel jene Politiker machen die behaupten die Bürger wüßten nichts mit dem Instrument der "Volksabstimmung" anzufangen. Es verschleiert nur unzureichen ihre Angst vor den Wählern, denn dann könnten sie ihre Fäden noch so fein spinnen, und die würden von Fall zu Fall durch den Wählerwillen zerrissen. Vorbei wäre es mit der bisherigen behäbigen Ruhe in dem Intervall zwischen den Wahlen ....

Politikverdrossenheit fängt genau da an wo sich Wähler nicht ernst genommen fühlen. Wenn es den Politikern wirklich ernst mit einer Bürgerbeteiligung wäre hätten sie doch in der Vergangenheit schon reichlich Gelegenheit gehabt das zu fördern. Weil es nicht passiert ist glaube ich es nicht mehr .... wenn es auch vor Wahlen immer mal wieder behauptet wird.

Ehrlichkeit ist für die Masse unserer Poltiker ein Fremdwort.
Oder haben Sie einen einzigen Volksvertreter [außer bei "Die Linke"] sagen hören, dass jene Länder am härtesten mit Terrorismus zu kämpfen haben die in Koalition mit den U.S.A. ausgezogen sind dieses Übel auszurotten?

Corbyn hat gesagt " .. Britain’s militarist foreign policy and intervention in Middle East conflicts .. " sei ein wesentlicher Faktor dafür sich als »Ziel« von Terrorismus zu positionieren.

Recht hat er.

Immer mehr Überwachung, Schnüffelei, Reduzierung der Bürgerrechte soll ja angeblich mehr Sicherheit bringen - wann kommt bei uns ein Politiker der mit dieser wahnwitzigen Lüge aufräumt?

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Samstag, 24. Juni 2017
"Root", "Objective" & "Goal" der U.S.A.-Politik

Hinter Cowboy-Romantik versteckt, "Wildem Westen" und einer weltumspannenden Medienindustrie (die keine Fragen stellt sondern ein virtuelles Bild des Landes zeigt) entwickelte sich das Land seit den späten sechziger Jahren zu einer Kriegsmaschinerie. Erbarmungslos und nur darauf abgestellt 'profit' für zu Hause möglich zu machen werden in neo-kolonialem, imperialistischen Stil die hilflosen Völker der Erde militärisch und mittels Geheimdiensteinsatz 'sturmreif' geschossen und dann ausgeplündert.
Dabei wird der eigenen Bevölkerung "Größe" vorgegaukelt wo doch nur Gier regiert, angeheizt durch die schmale Schicht von Top-Verdienern, denen es noch nicht genug ist mehr zu besitzen als über 50% der restlichen Weltbevölkerung.

Mit einigen Schlußfolgerungen zur Person Bernie Sanders - wie im verlinkten (und nur auszugsweise übersetzten) Text dargestellt - bin ich nicht einverstanden, weil sie anderen Quellen widersprechen und die Person ohne Not diskreditieren, mit dem Rest der Demokraten in einen Topf werfen. Dennoch ist Sanders zu allererst Amerikaner - und wenn man das Erziehungssystem dort kennt ist selbst er das Ergebnis von "Gehirnwäsche durch Schulen & Bildungsinstitutionen" - und daher ist es eher verwunderlich seine linke Überzeugung zu beobachten. Sein Land steht für ihn - kompromißlos - an erster Stelle vor allen anderen Nationen.

Was in dem übersetzten Auszug zu lesen ist deckt sich allerdings mit dem, was ich aus Recherchen und Gesprächen mit US-Bürgern erfahren konnte und was ich selbst in mehreren Jahren dort erlebt habe:

Eine glänzende Fassade, hinter der sich - im übertragenen Sinne formuliert - Unmengen an Unrat verbergen. Antisoziale und rassistische Umtriebe, überfüllte Gefängnisse, die Unterschicht massiv in der Armee 'geparkt', einseitige und abgeschottete Medienwelt, hire-and-fire-Kapitalismus, Wucherzinsen und Ablenkung von der Wirklichkeit durch ein fein gesponnenes, allumfassendes Unterhaltungssystem. Das alles noch getoppt von einer heuchlerischen Gläubigkeit, deren Scheinheiligkeit nirgendwo auf der Welt übertroffen wird.

Hier zunächst der Textauszug im Original
The United States does not have a national health care system worthy of the name, because it is in the war business, not the health business or the social equality business. The U.S. has the weakest left, by far, of any industrialized country, because it has never escaped the racist, predatory dynamic on which it was founded, which stunted and deformed any real social contract among its peoples. In the U.S., progress is defined by global dominance of the U.S. State — chiefly in military terms — rather than domestic social development. Americans only imagine that they are materially better off than the people of other developed nations — a fallacy they assume to be the case because of U.S. global military dominance. More importantly, most white Americans feel racially entitled to the spoils of U.S. dominance as part of their patrimony, even if they don’t actually enjoy the fruits. (“WE made this country great.”) This is by no means limited to Trump voters.
Race relations in the U.S. cannot be understood outside the historical context of war, including the constant state of race war that is a central function of the U.S. State: protecting “American values,” fighting “crime” and “urban disorder,” and all the other euphemisms for preserving white supremacy.
War is not a side issue in the United States; it is the central political issue, on which all the others turn. War mania is the enemy of all social progress — especially so, when it unites disparate social forces, in opposition to their own interests, in the service of an imperialist state that is the tool of a rapacious white capitalist elite. Therefore, the orchestrated propaganda blitzkrieg against Russia by the Democratic Party, in collaboration with the corporate media and other functionaries and properties of the U.S. ruling class, marks the party as, collectively, the Warmonger-in-Chief political institution in the United States at this historical juncture. The Democrats are anathema to any politics that can be described as progressive.

[Quelle]

Übersetzung __

 

Die Vereinigten Staaten haben kein nationales Gesundheitsversorgungssystem das diesen Namen verdiente, weil das Land nicht im Gesundheits- oder soziale Gleichheits-Geschäft, sondern im Kriegs-Geschäft ist.
Die U.S.A. hat die schwächste Linke von allen industrialisierten Ländern, weil sie niemals der rassistischen, räuberischen Dynamik entwachsen ist, auf der sie gegründet wurde. Einer Dynamik, die einen wirklichen sozialen Zusammenhalt in ihrer Bevölkerung verkümmern und degenerieren ließ. In den USA wird der Fortschritt durch die globale Dominanz des US-Staates - vor allem in militärischer Hinsicht - und nicht durch die heimatliche soziale Entwicklung definiert. Amerikaner stellen sich nur vor, dass sie wesentlich besser gestellt sind als die Menschen anderer entwickelter Nationen - ein Irrtum, dem sie wegen der US-Militärdominanz verfallen. Noch wichtiger ist, dass die meisten weißen Amerikaner sich (rassistisch) berechtigt fühlen, die Beute der U.S. Dominanz als Teil ihres Erbes zu genießen, auch wenn sie nicht wirklich daran teilhaben. ("Wir haben dieses Land groß gemacht.") Das ist keineswegs auf Trump-Wähler beschränkt.

Rassenbeziehungen in den USA können nicht außerhalb des historischen Kontextes des Krieges verstanden werden, einschließlich des konstanten Zustands des Rassenkrieges, der eine zentrale Funktion des US-Staates ist: Schutz der "amerikanischen Werte", "Kampf gegen das Verbrechen" und "Erhalt der städtische Ordnung" und all die anderen Euphemismen, die für die Erhaltung der weißen Vormachtstellung stehen.
Krieg ist in den Vereinigten Staaten keine Nebensache. Es ist die zentrale politische Frage, an der sich der Rest orientiert. Kriegslust ist der Feind allen gesellschaftlichen Fortschritts - besonders wenn ungleiche gesellschaftliche Kräfte im Gegensatz zu ihren eigenen Interessen im Dienste des imperialistischen Staates (der das Werkzeug einer räuberischen, weißen, kapitalistischen Elite ist) vereint werden. Die von den Demokraten in Zusammenarbeit mit den Medienkonzernen und weiteren Funktionären und Vertretern der herrschenden US-Klasse orchestrierte Propaganda für einen blitzkrieg gegen Russland weist diese Partei als derzeitigen Kriegstreiber Nummer 1 in den Vereinigten Staaten aus. Die Demokraten sind zu diesem historischen Zeitpunkt das genaue Gegenteil jener Politik, die man als 'progressiv' bezeichnen würde.

Noch ein Wort zum Abschluß:
"Amerikafeindlich" ist dieser Artikel bestimmt nicht. Wenn Tatsachen benannt werden ist das völlig ohne jedes Urteil. Wenngleich das Verhalten der Vereinigten Staaten in Summe als "verurteilungswürdig" bezeichnet werden kann. Aus der Vergangenheit gibt es für jeden der genannten Teilbereiche mannigfaltige Belege, die - beispielsweise was die US-Geheimdienstaktivitäten angeht - aus Quellen genau dieser Dienste stammen.

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Donnerstag, 25. Mai 2017
Ach, Frau Nahles, wenn Sie doch verstünden was Sie tun ...!

Die Reform der betrieblichen Altersversorgung ist ja angeblich ein "toller Wurf" - und den rechnet sich Frau Nahles zu. Nicht ahnend, welches Kuckucksei sie da ausgebrütet hat.

Es wird ein paar Klein- und Mittelunternehmen geben die sich des neuen Instrumentes bedienen - allerdings geht diese "Jahrhundertreform" einer viel größeren Zahl von Arbeitnehmern an den wohlgehüteten Sparstrumpf:

Denn die großen Unternehmen im Lande werden die bisher garantierten Leistungen - für die Rückstellungen gemacht werden mußten & gemacht wurden - zurückfahren. Und zwar bis zu der gesetzlich garantierten Grenze.

Frau Nahles sollte es doch irgendwann einmal lernen:
Wenn die CDU/CSU einem gut gemeinten sozialen Vorschlag der SPD folgt dann nur, weil das ihren 'Sponsoren', den Großunternehmen & Banken weitere Gewinne oder ein sonstwie geartetes "PLUS" in die Kasse spült .... und besonders die Versicherungen freuen sich über diese neue Einkommensquelle ....

[Kompetenz, Frau Nahles, kommt von "Können". Ältere & neuere Germanistik und Politikwissenschaften scheinen doch nicht das richtige Fundament für weit reichende Eingriffe in die sozialen Sicherungssysteme zu sein.]

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Montag, 10. April 2017
Scheinheiligkeit³

Die amerikanische Position zu jüngsten den Ereignissen in Syrien ist gekennzeichnet von einer noch nie so dagewesenen Scheinheiligkeit:

Während im Jemen mit Hilfe der Saudis die Zivilbevölkerung dezimiert wird, Frauen und Kinder eingeschlossen, vergießt der US-Präsident publikumswirksam Krokodilstränen über einen Giftgasangriff der laut UN von seinem eigenen Geheimdienst mit Hilfe von sogenannten "Freischärlern", islamistischen Terroristen, ausgeführt wurde. Das ist der zweite Fall nach dem, der während der Obama-Amtszeit zu verzeichnen war.

Der größte Hohn ist dabei, dass ausgerechnet der türkische Geheimdienst (!) - selbst verantwortlich für einen Giftgasangriff auf die Kurden - die Analyse ausgeführt haben soll und natürlich Assad an den Pranger stellt.

Amerika spielt sich wieder als Weltpolizist auf - und wer kontrolliert die Weltpolizisten? Ist der amerikanische Exzeptionalismus in Wahrheit amerikanische Scheinheiligkeit um die Waffenfabriken am Laufen zu halten und die Unterschicht im Militär während weltweiter Konflikte unter dem Mäntelchen einer selbstdefinierten "Gerechtigkeit" zu dezimieren?

Kein Kommentator, kein Journalist und kein Moderator stellt je ein amerikanisches Großmaul bloß. Niemand konfrontiert diese selbsternannten "Rächer der angeblich Rechtlosen" mit den Fakten die aus internationalen Organisationen und der unabhängigen Wissenschaft vorliegen. Diese amerikanische Verlogenheit - unter dem Deckmäntelchen der moralischen Überlegenheit zum eigenen Nutzen zu intervenieren - auch noch mit christlicher Verbrämung zu schmücken setzt dem Ganzen die Krone auf.

Die größte Schande aber ist die Sprachlosigkeit oder Unterwürfigkeit unserer und anderer europäischer Politiker, die nicht etwa Widerspruch leisten sondern das gräßliche Lügengebäude auch noch nachplappern.


°update°

Gerade erschienen: Dieser Artikel

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Mittwoch, 5. April 2017
Auf dem Weg in den Untergang

.. In this new, unstable and unpredictable geological era, says Hamilton, we must face the brutal reality that, as a result of our actions, we are contemplating our own extinction.
The Great Acceleration continues, pushed forward by the pursuit of economic growth above all else.
“Even now, cognizant of the dire consequences, decisions are still being made to privilege carbon-intensive energy sources,” says Hamilton.
“Vast new coalfields are being developed, along with new sources of carbon pollution like Canada’s tar sands.”
Hamilton struggles to find a silver lining. He applauds the 2015 Paris climate conference, when 195 nations came together to forge an agreement – an event he describes as unprecedented in the history of diplomacy.
Can humankind be redeemed? Hamilton does not answer his own question ..

[Quelle]

Übersetzung:

In dieser neuen, instabilen und unvorhersehbaren geologischen Ära, sagt Hamilton, müssen wir der brutalen Realität ins Auge sehen, dass wir infolge unseres Handelns unsere eigene Auslöschung in Kauf nehmen.
Die große Beschleunigung setzt sich fort, und sie wird vor allem durch das Streben nach Wirtschaftswachstum vorangetrieben.
"Sogar jetzt, in Kenntnis der schlimmen Konsequenzen, werden immer noch Entscheidungen getroffen, um kohlenstoffintensive Energiequellen zu privilegieren", sagt Hamilton.
"Es werden riesige neue Kohlenfelder entwickelt, zusammen mit neuen Quellen der Kohlenstoffverschmutzung wie Kanadas Teersand."
Hamilton tut sich schwer damit einen Silberstreifen am Horizont zu sehen. Er applaudiert der Pariser Klimakonferenz 2015, zu der 195 Nationen zusammenkamen, um eine Vereinbarung zu schließen - ein Ereignis, das er in der Geschichte der Diplomatie als noch nie dagewesen bezeichnet hat.
Kann die Menschheit gerettet werden? Hamilton antwortet nicht auf seine eigene Frage.

sk

Schon häufiger habe ich zum Thema des Einflusses der Menschheit auf die restliche belebte Umwelt Stellung genommen - und was uns Menschen von allen anderen Spezies unterscheidet ist wahrscheinlich auch unser Untergang:
Wir greifen in Prozesse ein die noch niemand in ihrer Tragweite überschaut.

Aus dieser Selbstüberschätzung und der Gier immer mehr zu haben, immer bequemer zu leben und der Mißachtung der Tatsache, dass es in diesen dynamischen Systemen einen Punkt der Unumkehrbarkeit gibt folgt die große Wahrscheinlichkeit unserer Auslöschung.

Dazu gibt es jetzt ein Buch. Es faßt zusammen was unumkehrbar ist. Die Unvernunft, die Ablehnung von wissenschaftlicher Erkenntnis und der Verlust dessen, was gemeinhin als "gesunder Menschenverstand" bezeichnet wird - dies zusammen führt zum Zusammenbruch der Zivilisation und dem Ende der Menschheit.

Kein Verlust für den Planeten. Er wird weiter existieren und eine andere Spezies wird in Äonen soweit entwickelt sein das 'Regiment' zu übernehmen. Hoffentlich mit mehr Verantwortunsbewußtsein für ihre dann existierende Umwelt.

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Donnerstag, 23. März 2017
Integration

Im WDR lief heute eine Sendung* zum Verhältnis zwischen Türken und Deutschen. Wesentliche Aspekte werden in solchen Diskussionen nie endgültig geklärt. Sie geben allerdings den Demagogen - eingeladen um alternative Sichtweisen zu Worte kommen zu lassen - die Möglichkeit ihre Lügen zu verbreiten.

Integration [00:48].
Das wurde immer wieder angesprochen. Allerdings fehlte mir ein wesentlicher Aspekt:
Wenn Integration gelingen soll müssen die zu integrierenden Menschen auch integrationswillig sein.

Das bedeutet nicht zuletzt den Willen das Rechtssytem der neuen Heimat anzuerkennen und sich ihm zu unterwerfen. Da ist eine Religion im Wege die fordert sich nur ihr, und keiner weltlichen Ordnung zu unterwerfen. Mithin kann ein strenggläubiger Muslim nicht deutscher Staatsbürger sein, weil sich Ausübung der Religion und Integration in die deutsche Gesellschaft ausschließen.

Es ist mir nicht wohl bei dem Verhaltensgebot das der Koran seinen Anhängern vorschreibt:
Im Umgang mit Ungläubigen ist Verstellung und Lüge hinsichtlich der wahren Absichten nicht nur erlaubt sondern geboten.

Wie soll da Vertrauen in das ehrliche Wollen zur Integration der Türken entstehen?

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Ein anderer Aspekt ist die Unterstützung des Referendums pro Erdogan. In der Sendung wurde die Meinung vertreten wer dafür sei Erdogan mit noch mehr Macht und Rechten auszustatten solle doch bitte mit den Füßen abstimmen und zurück in die Türkei gehen. Das hat Erdogan-Anhänger empört.

Ich verstehe nicht warum. Denn entweder finden sie das dortige System gut - dann können sie dort auch ein erfülltes Leben führen, ohne Diskriminierung zu beklagen, die sie hier angeblich erfahren. Oder sie fürchten im 'Heimatland' nicht alle Rechte und Möglichkeiten zu haben - und wollen deswegen nicht dorthin zurück. In diesem Fall ist ihr Eintreten für Erdogan ein leicht abzugebendes Lippenbekenntnis und eine Unwahrheit, eine Lebenslüge, um den wahren Verhältnissen nicht ins Auge sehen zu müssen.

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*
Ihre Meinung: Sorgen, Streit, Beleidigungen - wie geht es weiter zwischen Deutschen und Türken? Bettina Böttinger

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Dienstag, 28. Februar 2017
Die "Blütezeit" des Netzes .... (revisited)

.... sei vorbei - so läßt uns der Zukunftsforscher Matthias Horx apodiktisch wissen. Wer wenn nicht ein Zukunftsforscher sollte uns eine solche Botschaft übermitteln?

Selbsternannte "Experten" waren mir schon immer verdächtig. Genau so verhält es sich mit (exotischen) Gurus jedweder Art. Jetzt kommt noch eine Kategorie hinzu: "Zukunftsforscher", selbstredend selbsternannt. Studienabbrecher mit bunter Vita. Aber schlick & gekonnt im Geschäft des Abzockens von sogenannten "Managern". Meist wohl solchen, die - nach Peter-Prinzip - nicht mehr ein- noch aus wissen und sich deswegen an jeden Strohhalm klammern.
Sprich:
Wer ihnen zusagt sie in die Zukunft zu begleiten & ihre Probleme zu lösen hat schon gewonnen, den lukrativen Vertrag schon in der Tasche.

Um nicht verkehrt verstanden zu werden:
Was ich an diesem Herrn Horx bewundere ist sein Talent mit Phantasie Modelle zu entwickeln, sich in alternative Szenarien hinein zu denken. Ein Gedankengebäude zu formen. Es dann unbedarften Seelen anzudienen. Es für teures Geld zu verkaufen.
Das alles, ohne je dafür Verantwortung tragen zu müssen, ist doch die "Zukunft" ein weit reichender und gänzlich unbestimmter Zeitrahmen. Länger jedenfalls als es dauert um die Validität der Aussagen & den Erfolg von Maßnahmen (sofern er denn welche vorschlägt) feststellen zu können.

Wir kennen das von "Führungskräften" in den Top-Positionen. Bevor das Ergebnis ihres Wirkens offenbar wird sind sie schon zum nächsten Top-Job gehoppelt um dort ihr Unwesen zu treiben.

--- O ---

[Schauen Sie mal was der Herr Mehdorn so alles gemacht hat - und was er hinterlassen hat *: Verbrannte Erde, dysfunktionale Betriebe, Veränderungen deren Rücknahme Jahrzehnte dauern wird]

--- O ---

Wenden wir uns jetzt aber der schillernden Person mit kristallklarer Aussage zu und stellen die Frage:
Sind die Blütezeiten des Netzes vorbei - und wenn "Ja" sind es jene Gründe, die der Zukunftsforscher Horx dafür verantwortlich zu machen sucht?

Sind die Blütezeiten des Netzes vorbei - und wenn "Ja" sind es jene Gründe, die der Zukunftsforscher Horx dafür verantwortlich zu machen sucht? Skepsis scheint angebracht, seit Jahren schon (und sehr deutlich formuliert) gibt es Autoren die an den Horx'schen (Vor-) Aussagen zweifeln.

Zur Frage "Blütezeit des Netzes" - bereits in sich ein Widersinn, denn was ist eigentlich "das Netz"? Die Summe aller online-Aktivitäten? Die Summe aller (sogenannten) social media Aktivitäten? Jede Art von Datenbewegung zwischen zwei Punkten?

"Trendforscher Matthias Horx, Keynote-Speaker auf dem "European Newspaper Congress", geht mit der Hasskultur bei Facebook & Co. hart ins Gericht. "Die Gebildeten und Jüngeren ziehen sich inzwischen teil­weise wieder aus dem Netz zurück, weil sie es nicht mehr aushalten, ständig angehasst und angepöbelt zu werden", so Horx."

In diesem Zitat aus dem Bezugsartikel tauchen zwei wichtige Fakten auf. Zunächst ist dort von " .. Hasskultur bei Facebook & Co. .." die Rede. Dann heißt es " .. Die Gebildeten und Jüngeren ziehen sich inzwischen teil­weise wieder aus dem Netz zurück .. ".

Es darf bezweifelt werden, dass diese Aussage überhaupt einen Wahrheitsgehalt hat. Auf "facebook" tummeln sich weder nur "die Jüngeren", noch "die Gebildeten", noch ziehen sie sich aus facebook zurück.

Sie waren überhaupt nicht erst dort

  • und können sich schon deswegen nicht "zurückziehen".

 
Laut verschiedener Untersuchungen ist die Altersstruktur bei facebook in allen Altersgruppen ähnlich. Sie spiegelt die Gesamtaltersstruktur der an Computer- & Mobiltelefonnutzung teilhabenden Bevölkerung wider. Es ist eine Binsenweisheit die Herr Horx übersieht:
Mehr Personen als in einer Altersgruppe tatsächlich vorhanden sind können das entsprechende Medium nicht nutzen.

Die sehr Jungen weichen zunehmend² auf Dienste wie WhatsApp und Instagram aus, was den Rückgang bei facebook zum Teil erklärt. Bei älteren Nutzern - insbesondere jenen die bereits zuvor Erfahrungen z.B. mit Weblogs gemacht haben und die umfangreicheren Möglichkeiten dort schätzen - gibt es einen Trend sich in den sozialen Netzwerken zu präsentieren, dies aber, um auf ihre Angebote in den Weblogs aufmerksam zu machen [Beispiel: "Pflasterritzenflora" | H. U. Gresch]. Es ist dementsprechend kein Rückzug, sondern eine bewußt gewählte Strategie der Eigenwerbung.

" .. Dass sich Jugendliche immer weniger für Facebook interessieren, trifft hingegen nur teilweise zu. Die Reichweite in den jüngeren Altersgruppen ist immer noch riesig und wächst – nur eben langsamer als in den anderen Alterssegmenten⁵. Doch auch der Trend hin zum Messenger-Dienst ist deutlich erkennbar, hier liegt WhatsApp mit 35 Millionen Nutzern in Deutschland ganz weit vorne und auch Snapchat ist weiter im Kommen .. " - es verwundert dabei kaum, dass im jüngeren Segment weniger Zuwachs³ festgestellt wird: Ist doch die Zahl der Nutzer dort schon (im Vergleich zu anderen Altersgruppen) überproportional.

Betrachtet man die Daten¹ zur Bildung, zu Vorlieben was Medien angeht und zur Selbstauskunft zum Bildungsgrad, so steht fest: Bestenfalls mittlerer Bildungsgrad stellt die Mehrheit der facebook-Nutzer dar [Hierbei wird der High School Aabschluß einem mittleren Bildungsgrad, der Collegabschluß dem Abitur gleichgestellt; Vollakademiker sind unter "Grad." eingegliedert.]. Das wird noch deutlicher, wenn man die Top-Branchen⁴ ansieht, aus denen diese Nutzer kommen. Mehr als die Hälfte der Personen arbeitet in Berufsfeldern die eine Lehre oder Facharbeiterprüfung als Qualifikation voraussetzen.

Das Niveau der facebook-Nutzer kann sehr leicht - exemplarisch, stichprobenartig - überprüft werden wenn man einen Blick darauf wirft⁵ und sich den zugehörigen Bildungsgrad vorstellt. Ich gehe hier von einer "begründeten Annahme" aus, wissenschaftlich nicht exakt, aber immerhin besser als in die Luft geschaut und etwas 'erfunden'. Wie es vermutlich der Herr Zukunftsforscher macht.

Abschließend und zusammenfassend stelle ich fest:
Es gibt keinen überproportionalen Schwund an Teilnehmern, wohl aber eine Verschiebung zwischen den verschiedenen Angeboten. Es gibt in den jüngeren Altergruppen eine gewisse Sättigung, sodaß die Zahl derer sinkt die das Angebot wollen, kompensiert nur teilweise durch die neu hinzukommenden Benutzer.
Es gibt auch keine größere Zahl von Gebildeten⁰ die abwandern könnten, weil die zu keiner Zeit besonders aktive facebook-Benutzer gewesen sind. Sie stellen eine Minderheit derer, die sich dort tummeln⁵. Die gebildeteren Internetaktiven sind ihren Wurzeln treu geblieben, mit gelegentlichen Ausflügen zu "twitter" (das heute Zehn-Jahres-Jubiläum feiert).

Rückblickend betrachtet sehe ich - selbst Webseitenbetreiber seit 2001 & aktiver Blogger seit 2003 - die Situation der (Freizeit-) online Aktivitäten folgendermaßen:

  1. Um die Jahrtausendwende gab es nur wenige Nutzungsarten des rudimentär vorhandenen Internets für das breite Publikum.
    Eigens gestaltete, persönlich Webseiten auf eigener Domain - mit damals noch erheblichen Kosten, da das 'hosting' in Deutschland (im Gegensatz zu den U.S.A.) außerordentlich teuer war.
  2. Mit der Schaffung von Blogsoftware, die ohne vertiefte Kenntnisse der Programmierung zu bedienen war, die zugleich in der einfachen Version völlig kostenfrei angeboten wurde, erweiterte sich der Personenkreis, der einen Austausch von Gedanken und Informationen vornehmen konnte.
  3. Die dann immer noch vorhandene Hürde der Preise für Hardware sank in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts immer mehr - sie wurde für jedermann erschwinglich und schließlich durch die Entwicklung der "smart"phones allgemein verfügbar.
    Was im Rückblick immer vergessen wird ist die mangelhafte Struktur der Datenanbindung - ein Umstand, der bis heute anhält!
  4. In den Anfangsjahren des Bloggens etablierten sich zunächst kleinere Vernetzungen zwischen den dann Bloggenden, was eine Einstiegsbarriere für später Hinzukommende darstellte. Teilweise wurde von den neuen Möglichkeiten so umfangreich Gebrauch gemacht, dass die Plattformen geschlossen wurden [z.B. "antville"], weil der Anstieg nicht mehr zu bewältigen war. Eine sehr umfassende & ins Detail gehende Untersuchung von Jan Schmidt beleuchtet die Hintergründe und wissenschaftlichen Befunde am Beispiel von "twoday" aus der Zeit 2004/2005. Sehr empfehlenswert.
  5. Während der Wachstumsphase zu Beginn (bis ca. 2008) waren sowohl die Qualität als auch die Beteiligung durch Kommentare angewachsen. Was sich von da an verlangsamte, da die Bedienbarkeit der zugrunde liegenden Software immer leichter wurde und sich dadurch die Nutzerstruktur auf solche Personen ausweitete, die einen deutlich niedrigeren Anspruch hatten und dadurch das Niveau der Diskussion und die Beitragsqualität pauschal senkten. Viele Blogs verkamen rasant zu Teenager-Tagebuch Stories. Einhergehend mit einer Verrohung der Sitten.
  6. Dies hatte wiederum einen weiteren Verfall der Qualität zur Folge, da sich nun die "early adopters" aus den Plattformen zurückzogen und zu individuellen Lösungen für ihre weitere Blogaktivität übergingen. Mangels "Feinden" verschwanden auch die notorischen Störer, die, zusammengerottet als Mob, kaum Substanz aber viel Unruhe beigesteuert hatten. Die vorher geknüpften Netzwerke wurden kleiner, weil nicht alle Teilnehmenden diesen Schritt zur losgelösten Individualität mitmachen wollten. Der - in den meisten Fällen - den technischen Aufwand erhöhte ohne den inhaltlichen Teil zu verbessern. Der Gewinn lag im wesentlichen im Design und sogenannten "features", was bei den Plattformen nur zögerlich vorankam.
  7. Die Folge war ein Schrumpfen des Plattformangebotes. Fusionen und Aufkäufe taten ihr Übriges die Zahl der Möglichkeiten zu verkleinern. Einige der frühen Anbieter (20six) sind völlig verschwunden, andere dümpeln mit einer puristischen Note und wenigen Überzeugten ohne nennenswertes Wachstum dahin (Serendipity).
  8. In die entstandene "Lücke" fielen die Angebote von Studi-Plattformen, facebook und twitter. Letzteres mit facebook kaum zu vergleichen, denn trotz der Beschränkung der Zeichen sinnvolle "tweets" zu verfassen erfordert eine Grundintelligenz. twitter ist daher nicht massentauglich - wenngleich es immer wieder erstaunt welche Abweichungen hiervon vorhanden sind.
  9. Einfach ausgedrückt:
    Ein gut geführtes & gepflegtes Weblog ist die beste Ausdrucksmöglichkeit für Menschen, die ein Thema gründlich bearbeiten wollen & können.
    "twitter" bietet sich für die Eiligen, besser Gebildeten an, die mit wenigen Worten witzig, spritzig zum Kern kommen können.
    "facebook" macht es selbst weniger ausdrucksstarken Menschen möglich sich im Internet zu äußern. Ob letzteres⁶ der Menschheit einen Dienst erweist bezweifle ich allerdings.

Thema "Hass­kul­tur bei Face­book & Co.", wobei ich mir wieder einen etwas ausschweifenden Bogen erlaube, nur Hass wäre ja langweilig. Besser ist richtig Zoff, so mit Anwalt & Gerichten ...! Nein, nicht wirklich, aber ein Schlenker zu den von Horx so gepriesenen "Qualitätsmedien" muß erlaubt sein.

"For 15 years Little Green Footballs has been a leading source of unique stories and opinion about news, politics, art, culture and music, as well as a host for one of the best commenting communities on the web, wonderfully free of the trolls and haters that plague most comment sections."

[Quelle des Zitates]

Dieses Zitat stelle ich deswegen an den Anfang, weil es beweist:
Es geht auch anders als mit Pöbelei & Hasstiraden in Kommentaren. Anders als Herr Horx in seiner eher generellen Aussage sehe ich die Ursache in dem Mix des Publikums, dem Umgang mit Störern und dem angestrebten Leser- (und Schreiber-) niveau eines Veröffentlichungsmediums:

Je breiter angelegt und je weniger spezifisch die Inhalte sind, desto wahrscheinlicher sind Entgleisungen. Das ist einfach erklärt. Wenn ein Leser etwas nicht versteht hat er (mindestens) drei Möglichkeiten der Reaktion:
Wegsurfen,
lächerlich machen,
gegenhalten, oft aggressiv.

Je komplexer also die Erörterungen sind, umso mehr "Ausschlag" an Emotionen werden sie hervorrufen - und wegen der (relativen) Anonymität überschlagen sich oft die überhitzten Argumente, gleiten ins Persönliche und manchmal sogar Gesetzwidrige ab.

Wenn der Anspruch eines Blogs erhalten wird werden jene, die die Inhalte nicht verstehen irgendwann aufgeben und weg bleiben. Erste Gruppe eliminiert.

Es ist die Aufgabe der Moderation für Ordnung zu sorgen, damit sollte es wenigstens eine Weile Ruhe geben, weil ganz ohne diese Begleiterscheinung der "Leserbriefersatz-Kommentare" wird es nie gehen. Der Unterschied - und das verkennt Herr Horx völlig - zu einem Leserbriefkasten bei Redaktionen ist deren Möglichkeit Harmonie zu suggerieren indem die Störer ausgesondert und gar nicht erst veröffentlicht werden. Das ist aus meiner Sicht nicht "besser" im Sinne von mehr Qualität, auch nicht demokratisch, sondern Machtausübung im Sinne von Meinungssteuerung der Massen. Moderation & ein bekannter, streng eingehaltener Ordnungsrahmen lösen nicht das Problem mit Aggressiven. Sie machen das Lesen für die wirklich interessierten einfacher. Bei "telepolis" hilft beispielsweise eine Bewertung der Qualität durch Mitkommentatoren Auswüchse zu vermeiden.

"Verächtlich machen", die dritte Variante, kann nach dem Prinzip "Gleiches mit gleichem vergelten" (nicht so gute Wahl) oder durch völliges Ignorieren (beste Wahl) angegangen werden. Die Agierenden laufen ins Leere, ihre Attacken laufen sich tot. Es wird ruhig.

" .. Wenn sich herausstellt, dass Facebook durch die Hasskappen der Welt übernommen wird, wird irgendwann niemand mehr zu Facebook gehen .. " so schreibt Horx und es steckt die Unterstellung darin, dass facebook das etwa nicht recht sein könnte. Ich behaupte das Gegenteil, denn der Umgang mit Reklamationen - selbst von staatlichen Stellen - beweist genau das Gegenteil. Es interessiert facebook nur vordergründig welche INHALTE bewegt werden. Worauf es ankommt sind die DATEN der Nutzer:
Bargeld lacht! Jede Information die Geld bringt wird verarbeitet, da stören Untersuchungen des "WIE?" "WARUM?" oder "WAS?" nur bei der Generierung von 'profit'.

Was an 'usern' an einem Ende verloren geht wird am anderen Ende neu einsteigen .... die Schwankungen bedingen sich nur aus den absolut vorhandenen potentiellen Nutzern, deren Zahl schwankt ja ebenfalls nach Jahrgängen.

facebook ist
das Unterschichtenfernsehen
übertragen auf 'print'

  • so einfach, so klar, so falsch eingeschätzt vom Zukunftsforscher. Ein umfassenderes Fazit (auch) hierzu folgt ganz am Ende des Beitrages

" .. Die Medien werden sich wieder auf ihre geistig-­kulturellen Kern­funktionen besinnen .. " - das wird nicht genügen. Die Kernfunktion der Medien ist als Vierte Gewalt die drei anderen Gewalten des demokratischen Staates zu kontrollieren. Das werden sie weder analog noch digital schaffen wenn die Parole so verstanden werden soll, dass sie es jetzt schon ganz richtig machen. Gerade für die als leuchtendes Beispiel für einen gelungenen analog-digitalen Auftritt benannte "Zeit" ist eine politische Nähe insgesamt und speziell durch ihre Redaktionsmitglieder zu verzeichnen. Nicht nur auf das Inland bezogen, auch für andere Regierungen.

" .. weil der Kern dessen, was sie tun, authentische Sinnproduktion ist .. " - einer dieser kryptischn Horx-Sätze die Alles oder Nichts bedeuten können:
Wenn Redaktionen mit Lobbyisten, Verbänden und einzelnen Regierungsvertretern eng verbunden sind erweckt das mindestens den Anschein von Parteilichkeit. Nicht von "Sinnproduktion" im Sinne (!) der Bevölkerung die diese Blätter bezahlen.

Das Gegenteil also von vorurteilsfreier, ausgewogener Berichterstattung. Vielleicht spricht Horx deswegen von " .. wirklich guten Quali­tätsmedien .. " und erspart es sich, diese leere Floskel mit Inhalt zu füllen. Die Qualitätsmedien arbeiten allesamt mit den Agenturmeldungen, nur vereinzelt werden noch Eigenrecherchen durchgeführt. Wo da die Qualität zu finden ist bleibt rätselhaft.

Großverlage, das darf nicht unerwähnt bleiben, haben ein Interesse Politik mitzubestimmen. Richtlinien macht die Kanzlerin, gut befreundet, wie bekannt, u.a. mit Frau Springer. Kaffeekränzchen wie bei Müllers? Mit Austausch von Backrezepten? Wenig glaubhaft!

Aufklärung betreiben heute die wenigsten dieser "Qualitätsmedien". Die kommt von völlig auf sich gestellten Weblogbetreibern, Youtubern und anderen Einzelkämpfern [Markus Beckedahl (netzpolitik); Tilo Jung (Jung & naiv); alternative Redaktionen wie "Krautreporter", leserfinanziert.] - oft gerade gegen den Widerstand der Etablierten. Dort erfährt der Leser Hintergründe, die aus falsch verstandener Staatsräson oder Angst um die eigene Position im Verteilungskampf um Anzeigengelder in den großen Häusern nicht mehr zu finden sind.

Fazit, und jetzt ernenne ich mich zum "Zukunftsforscher":

Nicht die "Qualitätsmedien" werden uns wahrhaftig informieren, sondern kommentierende Aggregatoren, Spartenblogs & kommentierte Videomitschnitte.
Nicht die "Blütezeit", sondern der "Honeymoon" ist vorbei. Die Konsolidierung, schon weit fortgeschritten was die Bloglandschaft angeht, wird sich weiter fortsetzen. Übrig bleibt dann irgendwann ein Konglomerat aus Einzelkämpfern, Gruppenkämpfern und Massenveröffentlichern.

Also wie schon immer.
Nur überwiegend elektronisch ....


* Mehdorn-Bilanz

  • Focke-Wulf: nicht mehr existent;
  • Heidelberger Druckmaschinen AG: Expansionswut & Rücknahme, Konkurs konnte von Nachfolge abgewehrt werden;
  • Deutsche Bahn AG: Infrastruktur marode, Fahrgastzahlen sinken; Gescheiterte Privatisierung, Datenaffäre.
  • Air Berlin: durch unflexible Reaktion Sanierung mißlungen;
  • Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: OK, da waren viele schlimme 'Köche' beteiligt den Brei anbrennen zu lassen .... und nur einer davon war Herr Mehdorn, Schröder-Freund, ein wenig glücklos und doch hoch gelobt.

  • Datenquellen:
    ⁰ Sammlung von Abbildungen [facebook-Nutzer] ▶ LINK
    ¹ buggisch.wordpress.com
    ² www.social-media-aachen.de
    ³ de.statista.com
    www.thomashutter.com
    allfacebook.de
    ⁶ Sammlung von Zitaten [aus facebook]; [via "Lockere Schraube"]LINK

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    Samstag, 25. Februar 2017
    Wieder mal: Zweierlei Maß

    .. Sadly, even though there has been this many cases reported in the UK and the practice is illegal, there has been NOT ONE prosecution over this. How can these people keep breaking our laws?
    Muslims need to be made aware that this cruel action won’t be tolerated in Western nations, including ours. Just as with honor killings, they should be held accountable when they do something awful to children they claim to love ..
    [Quelle; ein Schmierblatt übelster Sorte, weitgehend auf Meinung statt Fakten beruhend - hier nur zitiert um den Text der Wirklichkeit entgegen zu stellen]

    Der Autor dieses Machwerks, strotzend vor Selbstgerechtigkeit, sollte in dem Buch lesen was den christlichen Fundamentalisten doch so wichtig ist:

    PSALM 1:1
    How blessed is the man who does not walk in the counsel of the wicked, Nor stand in the path of sinners, Nor sit in the seat of scoffers!

    Übersetzung: [Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt!]

    Als einzige Handlungsweise bliebe dann die Beschneidung von Knaben genauso abzulehnen und mit gleicher Energie & Lautstärke dagegen vorzugehen wie gegen die Beschneidung von Mädchen.

    Was für eine armselige Welt in der diese Verstümmelung von kleinen Kindern auch noch in vermeintlichen Rechtsstaaten wie dem unseren unter der scheinbar alles Abgründige entschuldigenden Überschrift "Religionsfreiheit" nicht nur geduldet, sondern sogar durch Sondergesetze ausdrücklich erlaubt wird.

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    Montag, 20. Februar 2017
    Zu flach für eine Schmierenkomödie ....

    cdr
     
    Zu flach für eine Schmierenkomödie und völlig ohne Witz. Man müßte das in den USA so beliebte Zuschauerlachen als Hintergrundgeräusch einspielen und selbst dann wäre es kaum zu ertragen. Was sich derzeit in Washington abspielt ist eine Tragödie. Für die gesamte Welt.

    1
    Ein "Präsidentendarsteller" der Fakten haßt und daher in einer selbstgeschaffenen Fiktion lebt. Getrieben von Narzißmus, ungetrübt von jeder vertieften Kenntnis selbst in wesentlichen Aufgaben seines Amtes. Er schaut sich Fernsehnachrichten an
     

    cdr
     
    und hält das was er dort sieht für die Wahrheit [# last night in Sweden] - dann läßt er seine 'follower' befragen und da die das gleiche gesehen haben stimmen die Ergebnisse mit dem überein was er daraus behalten hat. Eine positive Rückkoppelung die ihn behaupten läßt er habe 100% Zustimmung;

    2
    Eine undurchsichtige, fremdenfeindliche "graue Eminenz" die im Hintergrund die Fäden zieht. Nach Aussage von Beobachtern und wegen der Äußerungen im rechtspopulistischen Blatt "Breitbart" [taz zu Gegenmaßnahmen].
    Alle derzeit bekannten 'Köpfe' des 45. Präsidententeams inclusive des Präsidenten selbst verhalten sich genau so wie Breitbart:
    Wird eine Unwahrheit nachgewiesen unterstellt man der (korrekt berichtenden) Presse Voreingenommenheit & Verfälschung der Tatsachen;

    3
    Eine pathologische Lügnerin* als Darstellerin des Postens "Sprecherin des Weißen Hauses". Erfinderin des Begriffes "alternative Fakten" - was zugegeben viel besser klingt als "dreiste Lügen";

    4
    Ein präpotenter Jüngling, ungehobelt, unhöflich, schnodderig, unsympathisch und ohne einschlägige Erfahrung, der den "Sicherheitsberater" des Präsidenten geben darf. Dazu auswendig herunterleiert was sein Rechtsverständnis ist, was er aus seiner Ausbildung noch behalten hat. Passend [Video] zur sonstigen Lügnergilde rund um Trump;
    [We see a person who is trying too hard. That’s not an attractive quality, when we see someone pushing and trying too hard.]

    5
    Ein militärisch-strammer Holzkopf, Navy-Reservist, das Klischee des geistlosen aber zackigen Karrieresoldaten, der die Pressekonferenz mit einem Morgenappell bei den Marines verwechselt und offenbar hat er nie etwas anderes als (para- &) militärischen Drill im Sinn wenn er mit seiner Umgebung kommuniziert ....

    ◢ ◣
    ◥ ◤

    Zugleich wird deutlich was das sogenannte "home schooling" anrichtet: Es werden religiös geprägte Dummköpfe produziert, denen die einfachsten Grundlagen in den meisten Fächern fehlen - wie sollte es auch anders sein? Nur was ihre Eltern selbst wissen (oder noch aus der Schule erinnern?) können sie an die Sprößlinge weitergeben .... und wer schon mal in einer US High School Zeit verbracht hat weiß, dass das was dort gelernt werden muß, um den Abschluß zu bekommen, in etwa dem entspricht was Schüler hierzulande nach einem Hauptschulabschluß wissen.

    Es gibt sie aber, die gebildetere Schicht, nur stellt sie eine Minderheit dar. Was da so an Beurteilung der Regierung Trump geschrieben wird ist sehr pointiert, hier zum Abschluß einige Zitate:

    • These fools’ utter inability to string a logical sentence together makes me feel like I’m the one going crazy.

    • Did you read the transcript? I could not tell whether it was real. This guy is beyond parody at this point.

    • I couldn’t bear to watch the clip. Did anyone tell Sean Spicer that Frederick Douglass has been dead since 1895? What was his reaction?

    ◢ ◣
    ◥ ◤

    So, liebe Lesende, das war nun wirklich das allerletzte Mal - zukünftig werde ich zu dem Schrott der aus dem "White House" kommt nichts mehr schreiben.

    * cdr
     

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    Dienstag, 17. Januar 2017
    "Eine Zensur findet nicht statt .... "


    - so heißt es in unserem Grundgesetz.

    Bedauerlicherweise ist das mittlerweile nur noch eingeschränkt gültig. Es gibt zunehmend Einflüsse die aktiv & passiv verhindern, dass Jeder Alles erfahren kann was rund um die Welt veröffentlicht wird. Das Meiste davon in nicht-staatlichen Medien. Vieles in freien Kanälen und - seit dessen rasantem Wachstum zu Beginn der neunziger Jahre - dem Internet.

    Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen:
    Selbstverständlich kann man alle Veröffentlichungen irgendwie erreichen wenn man über die zugehörige Webadresse verfügt. Die Einschränkung liegt in den Suchmaschinenalgorithmen und wird in den sogenannten "sozialen Medien" ausgeübt.

    Jede Suche führt nur zu den Ergebnissen, die von den dort vorhandenen Steuermechanismen dem jeweiligen Nutzer zugeordnet werden. Dazu werden Profile erstellt und über längere Zeiträume "verfeinert" - und zwar ohne dass der Nutzer darauf einen Einfluß hat. Was also als Ergebnis einer Suche ausgeworfen wird unterliegt den von den Betreibern ausgewählten Kriterien. Der Nutzer ist dem hilflos ausgeliefert.

    Das führt z.B. dazu, dass mir im 'counter' [bei einer Suche von usern über Google] angezeigt wird dieser Suchende habe meine Inhalte an Position (2) angezeigt bekommen - suche ich selbst mit den identischen Suchbegriffen so finde ich oft diese Ergebnisse erst auf der zweiten oder dritten Seite [was bei Anzeige von 10 Ergebnissen auf einer Seite Position 11 - 30 entspricht].

    Gleichsinnig arbeiten die Auswahlkriterien der sogenannten "sozialen Netzwerke" - was nicht zum zusammensgeschusterten Bild der Interessen und Verbindungen gehört die man dem 'user' "zuordnet" fällt unter den Tisch. So entsteht beim Nutzer der falsche Eindruck von Übereinstimmung der eigenen Sicht der Welt mit einer großen Masse. Wie Andere die Dinge sehen wird ausgeblendet. Eine meiner Meinung nach gefährliche und unzulässige Handlungsweise, verzerrt sie doch völlig das Bild der Wirklichkeit.

    Bei "facebook" kann ich nicht mitreden weil ich dort nicht angemeldet bin. Bei "twitter" habe ich in der sogenannten "timeline" nicht die Ergebnisse aller accounts die von mir "gefolgt" werden, sondern immer nur eine Auswahl - zu deren Kriterien ich weder Zugang habe, geschweige denn kann ich darauf Einfluß nehmen. Das ist einer der Gründe warum ich "twitter" nur noch sporadisch besuche.

    Den Sinn von "pinterest" habe ich bisher nicht ergründen können - weil alle Eigenschaften dort bisher und weiterhin auch ohne diese Platform zu erledigen sind: Fremde Bilder speichern & archivieren, nach bestimmten Stichworten Bilder suchen, ähnliche Bilder miteinander vergleichen .... all das habe ich zuvor schon ohne "pinterest" machen können. Vielseitiger als "pinterest" ist nach meiner Auffassung "deviant art", u.a. deswegen, weil dort aktuell entstandene Kunst gezeigt wird.

    Was ich zunehmend feststelle ist eine Einschränkung dessen, was mir bei "pinterest" zur Ansicht angeboten wird.

    Zusammenfassend sieht es so aus:
    All diese Einschränkungen der oben behandelten "Netzwerke" sind auf einfältige Nutzer zugeschnitten denen man zum Fraß vorwirft was vermeintlich gut für sie ist und sie interessieren soll.
    Das erinnert sehr an das Vorgehen von Microsoft mit der Bevormundung der Benutzer - sie werden daran gehindert selbst einfache Schritte, geringfügige Änderungen an ihrem Betriebssystem vorzunehmen. Sie werden "entmündigt", und genau so verhält es sich mit den Suchmaschinen und den sogenannten "sozialen Medien".

    So greift ineinander was denen in die Hände spielt die die Macht im Staate und in der Wirtschaft haben. Der Einzelne wird 'dumm' gehalten oder graduell 'verdummt'. Es wird eine vermeintliche Zugehörigkeit zu einer Mehrheit vorgegaukelt, die eine verquere Sicht der Welt verstärkt. Es wird eine Sicherheit, ja Geborgenheit, im Kreise Gleichgesinnter vorgegeben die jeglichen Blick für die Wirklichkeit versperrt.

    Die Gefahr solcher Manipulation ist offensichtlich. Ich kenne auch wenige Veröffentlichungen die sich mit diesem Problem beschäftigen das leise und schleichend die Meinungsbildung und die Kommunikationsfreiheit einschränkt. Möglicherweise liegt das daran, dass mir nur bestimmte Inhalte bei der Suche angezeigt werden ..?!

    [01-2017]

    1. Wortlaut Artikel 5 GG
    2. Allgemeine Erörterung zu 5staatlicher Zensur
    3. Unterpunkt "Kommunikationsfreiheit"

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    Montag, 26. Dezember 2016
    Aleppo *update* (27-12-2016)
    [Quelle des Textauszugs]

    Es wurde viel geschrieben und lamentiert - und nun ist der Chor der westlichen, pro-Nato & -Intervention in Syrien sehr, sehr leise geworden .... schon die Wortwahl zeigte, welche Absichten in unseren "Qualitätsmedien" verfolgt wurden:
    Immer wenn von Assad geschrieben und gesprochen wird vergißt man nicht vor den Namen das Wort "Diktator" zu setzen. Oft mit 'schmückenden' Adjektiven, die ich hier nicht wiederholen will.

    Der Mann ist von einer Mehrheit in seinem Land gewählt, "Diktator" wird er genannt um diese Tatsache zu verschleiern. Er ist - wie viele der Staatsmänner im Nahen Osten, man denke nur an die US-Freunde in Saudi-Arabien - bestimmt nicht Politiker in dem Sinne wie wir es hierzulande verstehen (& trotzdem nicht vorfinden!), aber immerhin durch Wahl legitimiert von seinem Volk.

    Selbst geflüchtete Syrer, von denen ich einige kennengelernt habe, sind davon überzeugt, dass es ohne ihn in Syrien nicht zu einem Frieden kommen kann .... und würde er 'weggefegt', wie es sich einige der naïven US-Kräfte wünschen um ihren Alliierten in der Region einen Gefallen zu tun und den Iran zu ärgern, so wäre ein totales Chaos unausweichlich. Schlimmer jedenfalls als das, was wir dort in den letzten 50 Jahren schon erlebt haben.

    Auch die Enthaltung bei der Israel-Resolution durch die Amerikaner ist kein Anzeichen dafür, dass sich an deren Politik etwas wesentlich ändert. Ein Tritt in die Kniekehle der Opposition in Washington, ein "Ätschmann!" des ausgehenden Präsidenten, mehr nicht. Dafür wird Trump mit seinem Kabinett vorwiegend aus früheren Militärs schon sorgen.

    PS:
    Ich empfehle sehr bei MATO's Blog auch die früheren Artikel zu Syrien zu lesen - was an Objektivität in den "großen Medien" fehlt ist dort Grundsatz.

     


    Siehe hierzu auch (Bild-) Zitat & den zugehörigen Artikel.

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    .. Sadly, even though there has been this many cases reported...
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    Zu flach für eine Schmierenkomödie
    ....   Zu flach für eine Schmierenkomödie und völlig ohne...
    Mr.Yoda, 20.02.17 11:40
    Ich teile diese Bedenken und
    gehe davon aus, was gegen den Einzelnen verwendet werden...
    mark793, 20.01.17 16:24
    Vielen Dank für die intensive
    Diskussion .... wobei ich nochmal betonen möchte: Egal in...
    Mr.Yoda, 20.01.17 14:15
    Zensur, so wie ich den
    Begriff verstehe, bezeichnet staatliches oder zumindest hoheitliches Handeln, insofern...
    mark793, 20.01.17 13:40
    Hier würde ich gerne, auch
    weil die Diskussion ein angenehmes Niveau besitzt, doch noch...
    libralop, 20.01.17 09:10
    Gut, so gesehen bin ich
    völlig bei Ihnen, das alles stößt mir auch zunehmend...
    mark793, 20.01.17 07:52
    Die Manipulation der öffentlichen Meinung
    durch das, was so als "Mainstream-Medien" bezeichnet wird war...
    Mr.Yoda, 19.01.17 23:46
    Wobei die Frage ist, ob
    das so einen Riesen-Unterschied macht. Ich habe früher zwecks...
    mark793, 18.01.17 12:38
    Die Entscheidung für die Wahl
    des Informationszugangs durch den Nutzer. Oder anders ausgedrückt: Wer...
    libralop, 18.01.17 09:47
    Wessen Entscheidung für wen oder
    was? Mir fehlt nach wie vor ein plausibler Nachweis,...
    mark793, 18.01.17 08:03
    Die Entscheidung fällt schon
    bei der Wahl der Suchmaschine.
    libralop, 17.01.17 16:44
    Nun, diese Problematik ist im
    Zuge der Diskussion um "filter bubbles" (siehe dazu den...
    mark793, 17.01.17 13:03
    "Eine Zensur findet nicht statt
    .... " - so heißt es in unserem Grundgesetz. Bedauerlicherweise...
    Mr.Yoda, 17.01.17 00:13
    Aleppo *update* (27-12-2016)
    [Quelle des Textauszugs] Es wurde viel geschrieben und lamentiert - und nun...
    Mr.Yoda, 27.12.16 22:39
    Neue Rechtschreibung .... ....
    isch kriesch die Grise: ["click!" vergrößert; via https://campogeno.wordpress.com/2016/12/18/endlich-die-hipster-weihnachtskrippe-ist-da/]
    Mr.Yoda, 20.12.16 13:15
    Stimmt. Was wir hier
    diskutieren trägt ja - wenn auch nur für einen kleinen...
    Mr.Yoda, 07.11.16 17:28



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