giant

Denkfehler: Wir halten uns für Riesen und sind doch nur Zwerge.

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit"

(George Orwell, 1984)



Donnerstag, 8. September 2016
Haben SIE sich schon bevorratet ..!?

Nur mal ganz kurz und weil es mir auffällt. Wenn ich beim Einkaufen so in die Wagen der anderen Käufer schaue stelle ich zunehmend fest: Die Appelle der Regierung sich für 14 Tage zu bevorraten scheinen auf fruchtbaren Boden zu fallen.

Lassen wir die Wahrscheinlichkeit einmal ganz außen vor ob es wahrhaftig so ernst ist.

Lassen wir auch die Frage ruhen ob nicht jeder Haushalt schon aus grundsätzlichen Erwägungen einen Vorrat haben sollte, z.B. wenn der Strom ausfällt, wenn ein Schneechaos die Versorgung lahmlegt oder wenn das Auto für längere Zeit ausfällt und keine zweites vorhanden ist - wie soll dann der wöchentliche Großeinkauf stattfinden?

Wenden wir uns der Logik der Aufforderung zu:

Was, frage ich, passiert wenn nach 14 Tagen der Vorrat erschöpft ist und der Anlaß für dessen Verzehr noch weiter fortbesteht?

Das ist eine Frage auf die ich gern von der Regierung eine Antwort hätte - allerdings nehme ich auch gern Antworten von Leser/-inne/-n an .... ;c)

PS
Es gäbe noch mehr Fragen:

  1. Wer kann heute noch ohne Maggi- oder Knorr-Tüten-Würze aus Grundsubstanzen der Küche etwas Schmackhaftes kochen?
  2. Warum hat die Regierung nicht auf Vorräte für die Haustiere hingewiesen?
  3. Wenn Strom & Wasser ausfallen - wie geht man dann mit Abwasser und Fäkalien um?
  4. Wenn der Nachbar weniger Vorrat hat - muß ich dann den eigenen Vorrat im Keller bewachen und welche Mittel darf ich einsetzen wenn jemand zu stehlen versucht?
  5. Werden die Atombunker aus den 60er/70er Jahren wieder in Betrieb genommen?

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Freitag, 2. September 2016
» Die Vernunft setzt sich durch. Dafür sprechen doch die Fakten. «

1

 

[Quelle der Titelzeile & des Eingangszitates]

Einmal völlig davon abgesehen, dass es dem Autor des Zitates gelungen ist fast den ganzen Absatz durch einen verschachtelten Satz zu gestalten, was den journalistischen Grundregeln, nach denen Sätze kurz zu sein haben und möglichst wenige Einschübe der Erläuterung enthalten sollen, völlig widerspricht, ist es ein im Ansatz gelungener Artikel, der nur eine Schwäche hat:
Mit jedem neuen, und insbesondere dem letzten Absatz wird das zuvor aufgebaute Gebäude der Gedanken sozusagen mit dem Hinterteil wieder eingerissen ....

Sie erkennen, liebe Lesende, sicher den Widersinn in meinem vorherigen Satz. Selbst etwas tun was man Anderen anlastet. Der (mein) Eingangssatz war zu lang, zu geschachtelt und hatte einen Einschub.

Vom Formalen abgesehen zum Inhalt:
Nein, Herr Grimm, wenn man die Wissenschaft zu Rate zieht ist es eben NICHT so, dass jeder Alles kann! Die Wissenschaft beweist:
Es gibt Leistungsunterschiede zwischen den Menschen und das bedeutet, dass manche unserer Mitbürger nicht in der Lage sind sinnerfassend zu lesen wenn Sätze & Inhalte komplexer werden, über Subjekt-Objekt-Prädikat hinausgehen und Transfer geleistet werden muß um einen Sachverhalt zu verstehen.

Wie soll z.B. der "Otto Normalverbraucher" die komplexeren Tricks der Banken bei Fonds, Aktien und sonstigen Wertpapieren verstehen, wenn er - ich nehme hier ein triviales Beispiel, das allerdings schon Viele überfordert - nicht einmal in der Lage ist auszurechnen was 14% Überziehungszins von 100 geborgten €uro in Geld bedeutet?

Demokratie muß also vom Vertrauen Vieler in die guten Absichten Weniger leben. Weil direkte Demokratie - so sagen es uns die Politiker - schon wegen der schieren Zahlen nicht möglich sei. Das Argument ist leicht zu kippen. Ich lasse es doch einmal stehen und frage:

Wie ist es um die Glaubwürdigkeit der Politiker bestellt?

Da zeigt sich schon:
Weder Vernunft noch Wissenschaft werden zur Klärung beitragen, das ist nur mit Transparenz auch nicht zu schaffen - hier fehlen verläßliche, nicht redigierte Zahlen, die die Wirklichkeit abbilden. So wird es schon mit "gesundem Menschenverstand" klar, dass es keine Unabhängigkeit der Politiker geben kann, denn wer umfangreiche Zuwendungen erhält fühlt sich den Gebern irgendwie verpflichtet. Glücklicherweise gibt/gab es immer Ausnahmen hiervon.

Da drängt sich doch der Verdacht auf, es sei im Eigeninteresse der Politiker uns glauben zu machen sie seien unverzichtbar zur Bündelung der Meinungen aus ihrem Wahlkreis - weil sie dort ebenso von Gönnern und deren Zuwendungen profitieren und daher (überwiegend) nicht das Wohl der Masse, sondern Einzelner im Auge haben. Dass das nicht von der Hand zu weisen ist kann man ohne viel Aufwand nachlesen. Einige gescheiterte oder im Scheitern begriffene Großprojekte sprechen eine beredte Sprache.

" .. Denn die Tatsächlichkeit der Welt hat sich nicht geändert, nur die Bedingungen ihres Beschreibens. Die ersten, die das gemerkt haben, waren Journalisten, als vor zwei Jahren mit der Ukraine-Krise plötzlich eine „Lügenpresse“-Diskussion durch das Land rollte, die die Branche erschüttert hat .. "

Gerade diese sogenannte "Krise" ist doch das Paradebeispiel für mißlungenen Journalismus, hier insbesondere der öffentlich-rechtlichen MedienanstaLten. Wie sich - gerade im jetzt schon möglichen Rückblick - zeigte, waren es die Bestrebungen und subversiven (Geheimdienst-) Machenschaften der U.S.A., die die Destabilisierungspolitik, in Südamerika bei unliebsamen Regierungen erprobt, siehe jüngstes Beispiel Brasilien, einsetzten um durch die Unruhen eine Begründung für die Einmischung zu haben. Wen wundert es da wenn Russland - insoweit zeigt sich Autor Grimm wenig informiert sondern bestens indoktriniert - sich anders als die vergleichsweise schwachen Südamerikaner verhält und seine Tatzen zeigt?

Erstaunlich ebenfalls die Zurückhaltung das was in der Türkei gerade passiert beim Namen zu nennen:
Eine Säuberungswelle durch einen nach Alleinherrschaft strebenden Despoten, der wie all diese Heilsversprecher aus kleinsten Verhältnissen stammt und in entsprechend unkomplizierten Mustern "Schwarz - Weiß" denkt.
Eine Presse die sich tatsächlich als "Vierte Gewalt" verstehen würde hätte da beste Ansätze das Wirken dieses 'Saubermannes' zu zerpflücken und aufzuzeigen, dass er seine fünfte Kolonne bereits seit Jahren hierzulande agieren läßt um Andersdenkende selbst weit weg von der 'Heimat' zu bedrohen und ihnen nach dem Leben zu trachten.

Bevor wir also über zukünftige Richtungen und Strömungen der Presseorgane nachdenken sollten wir, Herr Grimm, über die praktischen Fragen nachdenken: Wie wir nämlich eine Transparenz schaffen können die nicht durch von Interessengruppen sorgfältig ausgewählten Journalisten 'vor-bearbeitet' wird, die zugleich frei von persönlichen Vorurteilen der Autoren sein sollte und es den Lesenden überläßt dazu eine Einstellung zu gewinnen.

Wie ich neulich schon schrieb:
Unsere Per­spek­tive ist falsch. Man hat uns den Blick­win­kel seit Jahr­zehn­ten erfolg­reich 'antrai­niert' .. aller­dings wer­den die Anzei­chen immer deut­li­cher, dass Vie­les, was noch vor zwan­zig, drei­ssig oder mehr Jah­ren als 'absurd' bezeich­net wurde, mitt­ler­weile als Tat­sa­che fest­steht.

Sie, Herr Grimm, überschauen vielleicht bewußt etwa zwanzig Jahre Politik. Ich überschaue mehr als das Doppelte, etwa fünfzig Jahre. Glauben Sie mir einfach mal, dass sich in all den Jahren eine Politik-Wirtschafts-Unternehmens-Struktur heranbildete, die, unterstützt von den beiden großen Glaubensrichtungen, den Staat zu einem Instrument umgebildet hat in dem Geld von unten nach oben umgeschichtet und die Macht weniger über Viele ausgebaut wird. Die Ausgebeuteten, das ist die Ironie der Situation, wählen seit Jahrzehnten genau die Politik, die ihnen so das Fell über die Ohren zieht.

Was sagen also die Fakten?
Es sieht nicht nach einem "Sieg der Vernunft" aus. Es sieht eher danach aus als ob von der NATO ein Krieg angestrebt würde, der viele Probleme lösen würde. Mit Frau v.d. Leyen als nächster Kanzlerin kommen wir dem einen Riesenschritt näher:
Schulden weg, Infrastruktur weg, Privatvermögen der Bürger weg - und Alles wieder auf "Null" gesetzt .... und der Neuaufbau beschert den Kriegstreibern satte Gewinne.

PS
Nur mal so am Rande erwähnt - auf das Eingangszitat bezogen - gab es zur Zeit der Aufklärung noch keine Menschen die vor Computern saßen.

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Samstag, 20. August 2016
Zur Frage der Verzerrung der Wirklichkeit

Gregor Gysi zum Euro, zu den Fehlern & den Folgen der Einführung - wahrhaft prophetisch! - und jetzt weiß man auch, warum versucht wurde ihm alles mögliche anzuhängen um sich seiner (politisch) zu entledigen.
Zudem ein weiterer Beweis für meine These, dass nur "Die Linke" den Wirtschaftsprozeß in der EU (und weltweit) korrekt beschreibt und den richtigen Ansatz hat ihn so zu lenken, dass er denen zugute kommt die den "profit" generieren.

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Sonntag, 7. August 2016
Eine Frage der Perspektive

Oder: Es sind immer die "Anderen" die irren ....

"Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall!" - so spricht der Volksmund und wir kennen Alle Beispiele, dass das in der Wirklichkeit seinen Ausdruck findet.
Kürzlich las ich einen Kommentar zu einer Erörterung über die Schwammigkeit von Begriffen deren Benutzung in den Medien als "eindeutig" angesehen wird - was natürlich schon wegen der Vielfalt der menschlichen Natur nie zutreffend sein kann. In diesem Kommentar findet sich folgende Passage:

".. Zum Beispiel singt auch der Bajuware jeden Sonntag aus voller Kehle Allah U Akhbar, jedoch nicht auf arabisch, sondern in seiner Landessprache und in kollektiver Form rituell-zeremonieller Kulthandlungen, in denen das Abbild eines grausamst Gefolterten und Gekreuzigten mit seiner gar wissenschaftlich gynäkologisch unmöglichen, aber trotzdem nachhaltig behaupteten Geburt aus einer Jungfrau und manchmal sogar ekstatisch und in Trance gefallen angebetet wird. Wehe das wagt jemand als geisteskrank anzumahnen und versucht es zu verhindern. Das würde sogleich zum Bereitstellen eines Scheiterhaufens führen oder in einer psychiatrischen Zwangsmassnahme enden .."

Die sogenannte "Deutsche Leitkultur" ist christlich geprägt, Eidesformeln werden durch "So wahr mir Gott helfe!" abgeschlossen und in kirchlich betriebenen Institutionen (Kindergärten, Altenheimen, Sozialdiensten) bestimmt die Einhaltung religiöser Normen über Anstellung bzw. Entlassung von Individuen.

Gleichzeitig sprechen wir hierzulande aber über "Islamisten" - und damit meinen wir in abschätziger Form "Verblendete". Wo, so frage ich Sie, ist der Unterschied zwischen der Verblendung der Muslime und der Verblendung der Christen, glauben doch die Anhänger beider (und vieler anderer Glaubensrichtungen) an fiktive, nie bewiesene und naturwissenschaftlich nicht haltbaren übergeordnete Wesen, deren Existenz zweifelhaft ist und deren tatsächliches Wirken bestenfalls auf Visionen von Einzelpersonen fußt ("Wunder", "Erscheinungen").

"Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall!" - es wird Zeit diese Perspektive aus unserem 'Kulturkreis' zu hinterfragen und daraus Schlüsse zu ziehen. Welche Art von Vernunft ist das, die - um die Bibel zu zitieren - 'den Splitter im Auge der Anderen' sieht und 'den Balken im eigenen Auge' übersieht?

Radikale wohin man schaut, egal welche kulturell-religiöse Prägung vorhanden sein mag. Wie überheblich es war als die Spanier im Namen des Glaubens in Mittel- und Südamerika wüteten! Auch das ist Teil unseres viel gepriesenen "sozio-kulturellen Hintergrundes"!

Niemand (fast niemand) nimmt daran Anstoß, dass die U.S.A. überall auf der Welt - ähnlich wie Terroristen - foltern, verurteilen und per Fernsteuerung exekutieren. Gleichzeitig werden die im Nahen Osten und Afrika wütenden Milizen und selbsternannten Gotteskrieger als Ausgeburt der Hölle angesehen, die man ausrotten muß um Frieden zu schaffen.

Unsere Perspektive ist falsch. Man hat uns den Blickwinkel seit Jahrzehnten erfolgreich 'antrainiert'. Bleibt die Frage wer davon profitiert. "Verschwörungstheorien", höre ich da Einige sagen.

Ja, stimmt, allerdings werden die Anzeichen immer deutlicher, dass Vieles, was noch vor zwanzig, dreissig oder mehr Jahren als 'absurd' bezeichnet wurde, mittlerweile als Tatsache feststeht.

Zeit für einen Perspektivwechsel ...?

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Sonntag, 31. Juli 2016
Grundsätzlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht mehr äußern ....

.... und doch finde ich mich wieder dabei genau das zu tun. Lassen Sie mich mit einem Zitat beginnen:

.. Die Berichterstattung verstärkt allzuoft Panik und Angst, was im Falle des Attentats von München besonders deutlich wurde. Und sie vermittelt auch jetzt den Eindruck, als sei es gerade besonders unsicher in Deutschland zu leben. Obwohl das Gegenteil der Fall ist. .. Diese Ängste der Menschen stehen in einem geradezu absurden Missverhältnis zu den tatsächlichen Risiken für den Einzelnen.
Obwohl es also keine Zeit in der Geschichte gab, in der man so sicher in Mitteleuropa leben konnte wie jetzt, nehmen die Ängste der Menschen immer stärker zu. Man fühlt sich bedroht von Terrorismus, Amokläufern und Flüchtlingen, die angeblich so viele Straftaten begehen ..
[Quelle]

Was mich in meinem eigenen Umfeld traurig stimmt ist die Unfähigkeit Wahrheit und Lüge auseinander zu halten. Vernunft walten zu lassen und sich von Fakten, Plausibilität, nicht Gerüchten, leiten zu lassen bevor eine Meinung gebildet wird. Genau diese Angst und Verunsicherung von denen Stadler spricht erlebe ich in den Gesprächen der letzten Tage und Wochen. Es wird geglaubt was an Gerüchten bei facebook, hier stellvertretend für die sogenannten "sozialen Medien genannt, oder in irgendwelchen drittklassigen Anzeigenblättchen steht die Alles abschreiben was Zeilen füllt - weil sooo viele Menschen ja nicht lügen können, ganz im Gegenteil zur Lügenpresse, wo Wenige, angeblich gesteuert, die Unwahrheit verbreiten.

Nun ist die Presse insgesamt selbst Schuld an diesem Verdacht, hat es doch zu viele Beispiele gerade im letzten Jahrzehnt gegeben, bei denen der staunenden Öffentlichkeit etwas vermittelt wurde was sich später als Ente herausgestellt hat. Grundsäzlich jedoch gibt es bei uns keinen Zweifel an dem Wahrheitswillen der Medien - lediglich die Qualität der Verfolgung dieses hehren Zieles läßt manchmal zu wünschen übrig.

Es wird mir beispielsweise immer vorgehalten wir lebten hier, in einer nordwestfälischen Kleinstadt, auf einer "Insel der Seligen" was Kriminalität insgesamt, im Vergleich zu Gewaltverbrechen und Eigentumsdelikten in ghettoähnlichen Bereichen der Großstädte, oder Übergriffe bzw. Straftaten von Ausländern andernorts, angeht.

Was diese 'Überzeugten' - durch Fälle in ihrer Umgebung alarmiert und schockiert - völlig vergessen ist, dass Statistik nicht nach einzelnen Bereichen fragt, sondern ein Gesamtbild, einen Überblick zeichnet. Da mag es einen oder mehrere Schwerpunkte an Kriminalität irgendwo im Lande geben. Das ändert dennoch nichts an der statistischen Aussage es gäbe weniger Kriminalität in Deutschland als vor zehn Jahren:
Zwar kann punktuell die Kriminalität hoch sein, in der Breite muß dem aus mathematischen Gründen ein Rückgang entgegen stehen!

Dazu bedarf es allerdings zweierlei Fertigkeiten:
Erstens muß man ein wenig Mathematik verstehen, und zweitens muß man zur Abstraktion in der Lage sein, d.h. sich von der punktuellen Betrachtung lösen und eine generelle Sicht einnehmen.

Die Überlegung warum die Darstellung des Herrn Stadler dennoch stimmt ist einfach. Zwei Drittel der Bevölkerung glauben lieber eine bequeme Lüge als eine unbequeme Wahrheit. Das entspricht in etwa dem Anteil der Menschen die irrational, aus dem Bauch heraus, 'denken'(?) und handeln.

Ohne Selbstmitleid sitze ich dann und grüble über Don Quixote [Don Quijote] und Michael Kohlhaas, um schließlich bei Götz v. Berlichingen zu landen ....

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Dienstag, 12. Juli 2016
Mayday, Mayday ° ....

Es ist die Zeit der Kaffeesatzleser und Prognosegurus:
Zur Bestallung von Theresa May soll es laut Cameron keine lang gezogene Kampagne für die Wahl zum Chef der Konservativen Partei geben ....

Niemand weiß etwas, Alle haben eine Meinung dazu, was tatsächlich passieren wird weiß alleine die zukünftige Premierministerin - und auch die wird sich erstmal ansehen müssen was überhaupt möglich ist und dann Entscheidungen treffen.

Es wird nun hoffentlich zügig zu BREXIT-Verhandlungen kommen und wieder Normalität einkehren. Die Briten werden sich noch enger an die U.S.A. anschließen und erleben, dass Nichts besser, Vieles schlechter werden wird. Der vieldiskutierte NHS [National Health Service] wurde schon teilweise an einschlägig tätige U.S.-Unternehmen verscherbelt. So wird es weiter gehen und das böse Erwachen steht den Briten noch ins Haus .... zu hoch gepokert mit ihren "Sonderbedingungen" hatten sie schon seit Margaret Thatcher sich für den Casino-Kapitalismus stark machte und den noch schmeichelhaften Titel "Eiserne Lady" bekam.

° mayday [Notruf]

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Montag, 4. Juli 2016
⁕ Pause ⁕

 
 
Mr. Yoda watching you is ...!

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Montag, 27. Juni 2016
Wozu die EU verkommen ist und warum das geändert werden muß ....

.. die EU in ihrer jetzigen Form ist undemokratisch und liegt an der Leine neoliberaler Wirtschaftsmagnaten, Finanzspekulanten und Großkonzernen – sprich des Kapitals! Die Kommission beispielweise untersteht NICHT dem Europaparlament und wird auch nicht von diesem ernannt! Solange da nur eine halbe Sache gemacht wird und solche Dinge wie mit Griechenland oder auch Spanien und Portugal laufen – also eine unsoziale Sparpolitik auf Kosten der einfachen Leute gemacht wird, um Banken, Superreichen und Großkonzernen ein Weitermachen wie bisher zu ermöglichen, wird das mit der EU nichts (mehr) und diese wird sich, so vermute ich, in Bälde zerlegt haben!

[Quelle]

113 Die Regelungswut in Kleinigkeiten - ohne hinreichende Begründung oft als willkürlich und schikanös empfunden - trägt zusätzlich dazu bei die gesamte Konstruktion zu diskreditieren. Dies ist ein Grund dafür, warum "Brexit" erfolgreich war. Ganz davon abgesehen, dass die Besonderheiten und Empfindlichkeiten der britischen Gesellschaft von den Kontinentaleuropäern schon immer mit Amüsement oder sollte es besser heißen "augenzwinkernder Distanz" beobachtet werden.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Einfluß der U.S. Außenpolitik: Sie kann kein Interesse an einem 'starken' Europa haben, das sowohl zahlenmäßig wie von der Wirtschaftsleistung den U.S.A weit überlegen ist. Ein weniger starkes Europa als Verbündete der Amerikaner, um deren Interessen zu unterstützen, gegen die wachsenden Blöcke Indien / Südost-Asien und China eine geballte Allianz zu setzen, das wird allerdings dort als nützlich angesehen.

Ansätze für eine Änderung in Richtung "echter" Demokratie der EU gibt es schon genug von den verschiedensten Seiten - den Stillstand verantworten jene Staaten deren Vertreter jetzt die dicksten Krokodilstränen über den Austritt der Briten weinen:

Frankreich, Deutschland und die Benelux-Länder.

Weil sie die Veränderung fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Da bleibt wenig Hoffnung. Interne Probleme der EU und die Unfähigkeit wirkliche Demokratie zuzulassen sind nichts als ein Spiegelbild der Verhältnisse in jedem dieser Länder. Es ist als ob ein Mann mit jedem Bein auf einem anderen Boot stünde - wohl wissend, welche Gefahr dabei entsteht ins Wasser zu fallen - sich aber nicht entschließen kann welches der Boote das Richtige für ihn ist.

Sollte die EU TTIP tatsächlich in der bisher bekannten Form zustimmen ist das ihr endgültiger Untergang, denn dann werden Länder die das nicht wollen alles unternehmen um sich aus dem Verbund zu lösen. So, wie es im Zitat oben angedeutet wird.

° Quelle Abbildung

°°update°°
(27062016; 10:30h)
Siehe hierzu folgenden Text (Ausschnitt):

114
Quelle / Die Linke, die EU und ein alter weißer Mann

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Dienstag, 21. Juni 2016
Revival & topaktuell: "Should I Stay or Should I Go"

.. "Should I Stay or Should I Go" is a song by the English punk rock band the Clash, from their album Combat Rock. It was written in 1981 and featured Mick Jones on lead vocals. It became the band's only number-one single on the UK Singles Chart, a decade after it was originally released ..
[Quelle | => Diese Seite in deutscher Sprache]

Tja, die Frage ob sie bleiben oder gehen sollen beschäftigt die Briten nun schon eine ganze Weile. Den Titel gibt es schon seit 1981.
Ein geradezu prophetischer Titel denkt man an BREXIT.

Für viele Positionen von "Pro" bis "Contra" gibt es gute Argumente:


  • Es stimmt beispielsweise, dass die EU selbstherrlich Entscheidungen trifft, die so von nationalen Parlamenten ungern entschieden würden - dabei hat das britische Parlament kräftig mitgewirkt, weil es die Chance sah ungeliebte Regeln durch die EU zu begründen und sich so reinzuwaschen.

  • Es stimmt allerdings auch, dass die Engländer sich aus Teilbereichen der EU-Regeln ausgeklinkt haben, sich verweigern und dementsprechend die Austrittsbefürworter es nur für einen kleinen Schritt halten sich ganz von Europa zu lösen. Die EU - so sagen die Befürworter von außerhalb - wäre besser dran die Engländer gehen zu lassen.

  • Bankenplatz London, Zollfreier Handel, Internationale Unternehmen – Großbritannien profitiert von der EU und das würde wegfallen, sagen die Austrittsgegner.

  • Stärkung des U.S.-Einflusses sei zu erwarten. Da haben die Austrittsgegner bestimt nicht Unrecht, denn mit dem britischen Gesundheitswesen geht es schon los ....

Ich fände es schade, wenn es zum Brexit kommt. Davon geht die Welt dennoch nicht unter. Es würde schwerer die EU-Gremien zu renovieren, dem EU Parlament mehr Befügnisse zu verschaffen. Allerdings ist das nur eine Verzögerung, denn die Verhältnisse in Spanien, Portugal, Griechenland und Frankreich werden da ein Umschwenken kurzfristig erzwingen. Die konservativen Kräfte sind im Niedergang begriffen - sie haben es nur noch nicht so richtig gemerkt.

"Should I Stay or Should I Go" .... solche "Verbindungen" über die Musik jedenfalls werden schon gar nicht betroffen sein ....

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Samstag, 18. Juni 2016
Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger ....

Der Wahnsinn von Massenüberwachung ist mittlerweile uferlos - und angeblich "alternativlos", glaubt man den politischen Akteuren. Dabei wird bewußt oder unbewußt(?) mit den Ängsten der unbedarften Bevölkerung gespielt. Um deren Zustimmung zu erhalten gibt es jährliche Verlautbarungen über die Kriminalität. Ab und an kommen noch Zwischenberichte dazu, die an Dramatik besonders immer dann nichts zu wünschen übrig lassen, wenn wieder irgendwo auf der Welt ein verstörter Mensch zur Waffe greift und seine Mitmenschen in kleinerer oder größerer Zahl umbringt.

Natürlich wird zudem regelmäßig eine stets drohende Gefahr durch "Terrorzellen" heraufbeschworen um dann Bekämpfungsmaßnahmen anzukündigen und in die Tat umzusetzen, die in keiner Weise dazu beitragen das (vermeintliche) Problem anzugehen.

So wird u.a. eine massenhafte Datensammlung gerechtfertigt, die bei genauerem Hinsehen schon aus grundsätzlichen mathematischen Erwägungen nie zum versprochenen Ergebnis führen können.

Die Frage ist also, wie Mathematik als Beweis dafür dienen kann wie rund um den Globus ein Popanz im Namen verstärkter Sicherheitsbedürfnisse aufgebaut wird.

Mittels simpler Prozentrechnung oder einem Dreisatz kann man absolute Zahlen ins Verhältnis setzen und daraus beweisen, dass nichts von all dem Firlefanz der da betrieben wird dazu beitragen kann "Sicherheit" herzustellen.

Nur ganz kurz eine kleine Berechnung:
Wenn 10 Terroristen einen Anschlag in Frankreich aus führen, so stellen sie einen Anteil von 0,000015 Prozent der Gesamtbevölkerung [Einwohner Frankreich ca. 66.318.000] dar. Solche Prozentwerte sind schwer zu verstehen, deswegen bildet man einen Teilbetrag aus der Gesamtbevölkerung und setzt die Zahl der Übeltäter ins gleiche Verhältnis:

Ein Attentäter kommt auf 6,6 Millionen Franzosen

Zum Vergleich die Zahl der Tötungsdelikte [Mord, fahrlässige Tötung, etc.]:

430 Fälle Tötungsdelikte auf 6,6 Millionen Franzosen

Es ist also 430 mal so wahrscheinlich ermordet zu werden als von terroristischer Aktivität betroffen zu sein. Selbst wenn man 10 Terroristen annimmt ist die Zahl der gewaltsamen Todesfälle durch sie 43 mal kleiner als die durch Tötungsdelikte.

.... und trotzdem haben die Menschen viel mehr Angst vor Terroristen als vor Mördern.

Bei uns in Deutschland haben 3.690 Menschen ihr Leben durch Verkehrsunfälle verloren - dagegen stehen "0" Todesfälle durch Terrorismus in den letzten 12 Jahren.... und Sie, liebe Leser, wissen genau wie ich wovor die meisten Menschen die größere Angst haben.

Aber nehmen wir mal an die ganzen Überwachungsmaßnahmen seien nützlich. Das würde bedeuten, die zuständigen Behörden könnten die "Bösen" durch Überwachung herausfiltern.

Nun ist aber jede Methode mit einem [oder mehreren] Fehlern behaftet. Nehmen wir weiter an der Fehler sei 1% der Fälle.

Wenn man alle Franzosen durch Überwachung beobachtete wäre allein die Fehlerquote [der fälschlich als "Terrorist" identifizierten Personen] eine Zahl von 660.000 Personen.
Selbst bei einer Fehlerquote von 1 Promille handelte es sich noch um 66.000 zu Unrecht als Terroristen verdächtiger Menschen. Wie bekannt wurde der letzte Anschlag in Paris von weniger als 10 Personen ausgeführt.

Das bedeutet (am Beispiel Frankreichs):
Bei flächendeckendem screening durch Überwachungsmaßnahmen werden stets 99,9% der "Verdächtigen" zu Unrecht verdächtigt. Zudem ist noch nicht einmal sicher, ob die Missetäter tatsächlich in der als "böse" identifizierten Gruppe stecken:

Urteilen Sie selbst, ob sich der ungeheuere Aufwand an Überwachung vor dem Hintergrund dieser Zahlen "lohnt" .... meine Meinung dazu steht im esten Satz dieses Beitrages.

_
Siehe hierzu:
Exponentiell ....
Erkennbare Mängel
telepolis: Lassen sich Anschläge aus Online-Aktivitäten vorhersagen?

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Sonntag, 5. Juni 2016
Was wir aus "Hänsel & Gretel" lernen ....

.. Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er das tägliche Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau: »Was soll aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder ernähren da wir für uns selbst nichts mehr haben?« »Weißt du was, Mann«, antwortete die Frau, »wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist. Da machen wir ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot, dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus, und wir sind sie los.« »Nein, Frau«, sagte der Mann, »das tue ich nicht; wie sollt ich's übers Herz bringen, meine Kinder im Walde allein zu lassen! Die wilden Tiere würden bald kommen und sie zerreißen.« »Oh, du Narr«, sagte sie, »dann müssen wir alle viere Hungers sterben, du kannst nur die Bretter für die Särge hobeln«, und ließ ihm keine Ruhe, bis er einwilligte .. "
[Quelle]

Wie sehr sich doch die Zeiten geändert haben seit die Gebrüder Grimm "Hänsel & Gretel" schrieben - haben sie sich tatsächlich so sehr geändert?

Kinder sind seltener geworden in unserer Gesellschaft, daher werden sie nicht als 'Last' oder 'zusätzliche Esser' gesehen. Was allerdings immer noch nicht bedeutet, dass sich ab einem bestimmten Alter diese Einstellung nicht wandelt.
 
Ich nenne es "Entsolidarisierung", also den Beginn eines Zeitraumes in dem Eltern ihre Kinder nicht mehr als Freude, sondern als Belastung empfinden.
 
Im Tierreich kennen wir die "Nestflüchter" und die "Nesthocker", erstere sind sofort nach ihrer Geburt völlig unabhängig und oft auch auf sich alleine gestellt. Die Elterntiere gehen ihrer Wege und kümmern sich nicht mehr um den Nachwuchs.
 
Weil wir selbst uns um unsere Nachkommenschaft bemühen - die offenbar zunehmend, wenn auch oft unfreiwillig "Nesthocker" sind und viele Jahre brauchen bis sie auf eigenen Füßen stehen - neigen wir dazu solche Tiere, die sich ähnlich verhalten, sich also um ihre Jungen kümmern, mehr zu mögen als die sogenannten "Rabeneltern". Was den Raben übrigens Unrecht tut.

Im englischen Sprachraum wird der Begriff "Affordability" verwendet, was übersetzt etwa "Bezahlbarkeit" bzw. "Erschwinglichkeit" bedeutet. Das hängt wahrscheinlich mit der besonderen angelsächsischen Neigung zusammen Alles zu quantifizieren, meßbar und vergleichbar machen zu wollen. Der Begriff wird im wesentlichen dahin verstanden, ob sich 'die Joneses von nebenan' etwas mehr oder weniger leisten können als man selbst.

Da die weiterführenden Lehranstalten dort (z.B. U.S.A.; Kanada; England; Australien etc.) den Eltern erhebliche Kosten verursachen trifft der Terminus "Affordability" wahrhaftig zu. Denn es geht manches nur deswegen nicht, weil die Eltern es sich nicht leisten können. Obwohl ihre Kinder das Potential hätten. Eine besondere Ausprägung des Kapitalismus, die sich in den letzten Jahren ein wenig aufgeweicht hat, dann bedauerlicherweise die Absolventen mit einem Schuldenberg im Nacken auf Arbeitssuche entläßt.

Eine Variante zu alledem wird in Deutschland noch immer praktiziert, es ist das "Kostgeld" [eine ins Gegenteil der ursprprünglichen Bedeutung verkehrte Bezeichnung, siehe Wikipedia], das Eltern von ihren Kindern verlangen sobald diese über ein eigenes Einkommen verfügen und noch zu Hause wohnen. Es ist aus der Mode gekommen, wird von manchen Eltern aber noch verlangt und als völlig normal angesehen. Wahrscheinlich deswegen, weil sie es genau so selbst erlebt haben.

Nun ist es sehr unterschiedlich, was diese Eltern mit dem Kostgeld tun: Während es manche als Zuschlag zu ihrem Haushaltsbudget sehen, sparen es andere Menschen für ihre Kinder. Sie wollen auf diese Weise sicher sein, dass nicht im jugendlichen Überschwang Geld sinnlos verpraßt wird.

Wie gesagt, es ist nicht der Normalfall, denn meist werden Kinder bis sie das Haus verlassen hierzulande mit allem versorgt was sie brauchen, inklusive einer Ausbildung.

Davon völlig abgesetzt tritt ein weiteres, ganz unterschiedliches Problemfeld hinzu:
Die elterliche Unabhängigkeit, der Wunsch, trotz der Sorge um ihre Kinder, ein eigenes 'Privat'leben zu haben.

Je nach Alter und Typologie leben Eltern diese Wünsche ganz verschieden aus:
Während es manchen nur dann wohl ist wenn sie ihre Kinder um sich haben müssen andere ihre Kinder zwar versorgt, aber möglichst weit weg wissen - und natülich gibt es zwischen diesen beiden Extremen alle denkbaren Varianten.

Nach meiner Beobachtung - und hier komme ich auf die eingangs beschriebene "Ent­so­li­da­ri­sie­rung" zurück - sind diese Verhaltensweisen abhängig von drei Faktoren:

  • Alter
  • Bildungsstand
  • Umfeld
  • (und zwar genau in dieser Reihenfolge)
Nehmen wir beispielsweise Frau S.(35) und Herrn H.(40). Frau S. hat einen heranwachsenden Sohn M. (14). Frau S. und Herr H. wollen über das Wochenende verreisen. Der Sohn bleibt zu Hause, hütet Wohnung und Hund.
Toll, denkt der Sohn, 'sturmfrei' das ganze Wochenende!

Während also Frau S. und Herr H. sich irgendwo verwöhnen & verwöhnen lassen geht zu Hause die Post ab .... M. lädt Kumpel & Kumpelinen zum Grillfest, die Musik dröhnt, es wird von Raum zu Raum getrampelt. Toll, der M. wünscht sich es könnte immer so bleiben.
Wirklich?

Betrachten wir das nochmal genauer:
Frau S. und Herr H. haben Spaß, die Nachbarn weniger. Während sich erstere amüsieren und sich um nichts kümmern müssen treibt zu Hause der M. sein Unwesen.
Ist ihm dabei wirklich so wohl wie es den Anschein hat?
Ich bezweifle das sehr.
Er ist allein, und das in einem Alter, in dem Jugendliche Orientierung und Anleitung brauchen. In dem sie einen sicheren Rückhalt haben müssen. Der M. hingegen teilt die Aufmerksamkeit seiner Mutter mit der für ihren 'Gefährten' H. - sie hat zwar die Verantwortung für den M., ist dem alters- und intellektbedingt keineswegs gewachsen.

"Ent­so­li­da­ri­sie­rung" bei allen Beteiligten, eine traurige Geschichte, die doch anfangs so positiv aussah.

Hänsel & Gretel - von ihren Eltern verstoßen - haben es am Ende doch geschafft. Sie haben den Widrigkeiten getrotzt.
Aber das war ja ein Märchen ....

_


 
" .. Werbung und das Vorbild der Nachbarn schaffen immer neue Begierden. „Keeping up with the Joneses“, nennt man das in den USA: Die Jones von nebenan haben immer ein größeres Auto, ein schickeres Sofa, eine bessere Espresso-Maschine .. " [Quelle]


 
1
[Quelle]

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Mittwoch, 1. Juni 2016
70 = 50 ...?

Alter sei, so las ich kürzlich, lediglich eine Frage der Einstellung:

"70 ist die neue 50"!

Wer solche Thesen aufstellt - beinahe hätte ich geschrieben: Wer solchen Unfug verzapft - kann nicht älter als höchstens Mitte Vierzig sein.

Ich erinnere mich noch genau an die Zeit als ich Fünfzig war. Verglichen mit dem, wie die Umstände heute, mit Siebzig, sind, sehe ich keinen Anlaß zu Jubel oder Euphorie anläßlich des Älterwerdens.

Klar, die Zeiten haben sich geändert. Vieles, was man früher mit Siebzig nie getan hätte ist heute völlig normal. Das sieht man schon, wenn man die Kleidung älterer Leute betrachtet. 'Beige' überwiegt, oft kombiniert - es läßt sich ja so gut kombinieren - mit freundlichen, hellen Farben.

Die Patentante meiner Mutter war, solange ich mich erinnern kann, 'zeitlos' gekleidet. Schwarzes bis dunkelgraues Kleid oder Rock mit etwas hellerer Bluse, darüber eine armlose Kittelschürze, um die Hüfte eine Arbeitsschürze, die Haare zu einem Knoten ("Dutt") mit Haarnadeln auf dem Hinterkopf befestigt.

Ihr Mann, mein Großonkel, hatte eine graue Hose, meliert, mit schwarzen Fäden durchzogen und Hosenträgern. Letztere waren am Ende mit je zwei Lederschlaufen versehen, die wiederum an passend platzierten Knöpfen im Hosenbund befestigt waren. Sein Hemd war kragenlos. Den Kragen knöpfte man nur an das Hemd wenn es quasi-offizielle oder feierliche Anlässe zu begehen hieß. Darüber trug er eine graue Strickweste, die hatte ihm seine Frau selbst gestrickt, so wie mehrere andere, gleichartige, aber verschieden grau gefärbte Westen ähnlichen Zuschnitts. Wieder zu besonderen Anlässen wurde ein Sakko aus dem Schrank geholt. Die Schultern abgebürstet um den Staub zu entfernen, der sich angesammelt hatte, weil das gute Stück so lange unbenutzt im Schrank geblieben war ....

Ja, es hat sich Vieles seit Mitte des letzten Jahrhunderts geändert, aber immer zum Besseren?

Verlust, Niedergang und Aussonderung - das sind die Stichworte die mit dem Altern einhergehen. Gut, da hat sich in den letzten Jahrzehnten so manches geändert, allerdings mehr an der Oberfläche, erzwungen von den so genannten "jungen Alten" (der Begriff ist übrigens eine Erfindung der Mainzer Karnevalisten, wer hätte das gedacht?)

Verlust:
[Link] " .. die Beschäf­ti­gung mit Tod und Ster­ben wird von der älte­sten Gene­ra­tion viel stär­ker ver­drängt als dies je zuvor der Fall war .. "

Freunde und Bekannte sterben weg. Alter bedeutet zunehmende Reduzierung der Zahl von Personen, denen man vertraut. Besonders betroffen sind solche älteren Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - selbst keine Kinder haben. Gut, da gibt es Sonderfälle in denen Fremde näher stehen als eigene Kinder, die Regel ist es allerdings nicht.

Niedergang:
[Link] " .. Je älter die Leute sind desto kla­rer steht ihnen die End­lich­keit .. des Lebens vor Augen. Ein guter Grund das Schick­sal nicht her­aus­zu­for­dern .. " schrieb ich vor einiger Zeit in einem Beitrag zum Autofahren älterer Personen.

Nichts bleibt wie es früher einmal war: Nachlassende Sehkraft, nachlassende Muskelkraft, nachlassende Reaktionsgeschwindigkeit - all das trägt zu einem erhöhten Risiko bei, das ältere Autofahrer nun einmal darstellen. Was allerdings stets vergessen wird sind die viel traurigeren (weil vermeidbaren) Risiken durch jüngere Fahrer: Alkohol, Selbstüberschätzung, überhöhtes Tempo, geringe Erfahrung in Extremsituationen. Die tatsächlichen Zahlen spiegeln lediglich die Tatsache wider, dass die Kompensation der Einschränkungen den Älteren besser gelingt als den Jüngeren sich in Zaum zu halten.

Aussonderung:
[Link] " .. Wir finan­zie­ren seit Jahr­zehn­ten ein Gesundheits-System das uns eine län­gere Lebens­er­war­tung beschert und durch diese Per­spek­tive ver­schie­ben wir gleich­zei­tig das Ren­ten­al­ter ste­tig – und zwangs­läu­fig – immer wei­ter nach hin­ten .. per Saldo gewin­nen wir (“die All­ge­mein­heit”) dadurch nichts als mehr Streß in den vie­len Arbeits­jah­ren .. "

Die ärgsten Verlierer sind jene Alten, die wegen geistigen Abbaus in Pflegeeinrichtungen 'abgeschoben' werden. Glücklicherweise erkennen viele davon nicht mehr was man ihnen da antut. Wobei der Verlust an Selbstbestimmung sicher nur ein kleiner Teil des Elends ist.

"70 ist die neue 50"! - ich korrigiere meine Einschätzung im einleitenden Absatz:
Wer sowas behauptet kann höchstens Mitte Dreissig sein.

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