giant

Denkfehler: Wir halten uns für Riesen und sind doch nur Zwerge.

"Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit"

(George Orwell, 1984)



Freitag, 22. August 2014
Auge für Auge ....
Tora
(Ex 21,23–25 EU)
„… so sollst du geben
Leben für Leben,
Auge für Auge,
Zahn für Zahn,
Hand für Hand,
Fuß für Fuß,…"

[WIKIPEDIA]

Ein Mensch wurde von den ISIS-Milizen getötet.
Auf barbarische Art & Weise, jenseits unserer Wertvorstellungen.

Es ist sehr bedauerlich, dass hier ein Unschuldiger sterben mußte.
Ein Aufschrei geht um die Welt.
Mit Recht.

Viele Menschen werden täglich durch Kampfdrohnen der Amerikaner getötet.
Auf 'elegante' Art & Weise, jenseits unserer Vorstellungskraft.

Es ist sehr bedauerlich, dass immer wieder Unschuldige sterben, Frauen, Kinder, Greise.
Ich vermisse den Aufschrei rund um die Welt.
Mit Recht?

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Mittwoch, 13. August 2014
Voll in die Sche***e ....
1
[Photo: Abode of Chaos (CC BY 2.0)
"click!" auf das Bild vergrößert ....

Voll in die Sche***e greifen die Amerikaner häufiger wenn sie in irgendwelchen Regionen der Welt irgendwelche Leute unterstützen von denen sie glauben, die könnten in der Zukunft für sie nützlich sein. Oder nur deswegen, weil sie gegen die Partei in ihrem Land kämpfen die die Amerikaner - egal aus welchen Gründen auch immer - ablehnen.

So wieder einmal bewiesen im Fall des "Chefs" der ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi*, der das Machtvakuum und die daraus resultierende Ungewißheit der Menschen im Irak ausnutzte. ISIS - mittlerweile von Syrien bis in den Irak ausgebreitet - überzieht die Region mit Angst & Schrecken und verübt (offenbar bewiesen) Greueltaten.

* The New Iraqi Monster America Helped Make

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Dienstag, 5. August 2014
Elitär
Als ich 1970 an der Hannover'schen ('kleinen') Mensa einer Kommilitonin die Türe öffnete um sie zuerst reingehen zu lassen zischte sie mich an: "Elitärer Scheißer!"
Mir wurde da bewußt, dass sich durch die '68er Studentenbewegung - noch in vollem Gange - etwas verändert hatte und weiter veränderte. Nicht in allen Aspekten zum Besseren, soviel steht heute im Rückblick fest.

Glücklicherweise und gut für mich, der ich mich an die neuen, 'repressionsfreien' Umgangsformen nicht so recht gewöhnen konnte, war der Umstand, dass es unter den Kommilitoninnen und den anderen Frauen gleichen Alters noch genug 'Andersdenkende' gab. Solche, die eine höfliche Geste nicht sofort mit revolutionärer Inbrunst zu meinen Ungunsten als Unterdrückungsversuch dem weiblichen Geschlecht gegenüber beurteilten - ich war nicht völlig "out" wie es heute heißen würde, nicht sozial isoliert & geächtet, nicht komplett verloren und zu ewigem Alleinsein verdammt ....

Heute sind die vormaligen Revolutionäre - mit wenigen Ausnahmen und egal ob Männlein oder Weiblein - nach ihrem Marsch durch die Institutionen sozial angepaßt und als Pensionäre wohl bestallt:

Sie haben irgendwann ihre Ideale verloren, verraten und verkauft gegen das, was hierzulande als "bürgerliches Leben" und normal angepriesen wird. Zurückgeblieben ist aus der Zeit eine Horde Kinder denen in den frühen Jahren eine ordentliche Erziehung verweigert wurde und die deswegen zu Menschenfeinden wurden - stets darauf bedacht sich selbst den größtmöglichen Vorteil zu verschaffen und sich mit Ellenbogen und dem Motto "Ich, ich und nochmal ich!" durch die Zeit bewegen.

Die Ironie liegt darin, dass es genau diese Kinder der sich emanzipierenden 68er Generation sind, die nun die damaligen Ideale ins Gegenteil verkehrt haben. Eine Generation von Egoisten, die sich ob der Abwendung von dem, woran ihre Eltern glaubten, zu elitären Tyrannen entwickelt haben die dem Geld nachlaufen und sich darüber definieren:
Nicht die Revolution frißt ihre Kinder, sondern die Kinder der Revolutionäre veränderten bereits und verändern immer noch die Revolution zu einem neoliberalen Moloch, der die verschlingt, die nicht als "Elite" geboren sind. Geist zählt nicht mehr, Bildung ist überflüssig, gesellschaftliches Engagement wird verlacht, dem Mittelmaß gehört die Stunde.

Als neue Elite verstehen sich Jene, die ein Computerprogramm zu schreiben verstehen - in Masse nicht die Besten im Lande, denn sowas ist 'Handwerk', es besteht aus Wiederholung und Routinen. Mechanistisch, ohne nach Transfer oder Assoziationsvermögen, schon erst Recht nicht nach Phantasie oder Intuition verlangend. OK, es gibt auch da Ausnahmen, allerdings hält sich deren Zahl in Grenzen.

Die 'Freaks', die früher in abgedunkelten Räumen saßen und Pizza als Hauptnahrung ansahen, sind den technisierten Mobiltelefonträgern gewichen, die sich RFID-Chips implantieren lassen weil man dann die Haustüre elektronisch öffnen kann. Ein zweifelhafter Nutzen, wenn man die Folgen für die Gesellschaft bedenkt. Die meinen durch ihre Aktivitäten die Welt ändern zu müssen - eine Welt, vor der sie nicht mehr staunend wie kleine Kinder stehen, sondern die sie sich um jeden Preis per "App" verfügbar machen wollen. Koste es was es wolle.

Da lob' ich mit die früheren Eliten, bei all den Mängeln die es gab. Die wußten wenigstens noch eine Oper von einem Musical zu unterscheiden und hielten Neo für eine Vorsilbe und nicht den Namen einer Person oder eines Fisches ....

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Prioritäten
Heute Abend (04.08.) hat Erste Programm einen kurzen Beitrag zu TTIP gesendet: "Der große Deal - Geheimakte Freihandelsabkommen", Gesamtdauer 30 Minuten.

Am Sonnabend sendete das Erste Programm "Verstehen Sie Spaß?" - eine klamaukige Sendung die von der Schadenfreude über die Hereingelegten lebt - mit einer Gesamtdauer von 90 Minuten, das Zweite Programm servierte dem staunenden Sonnabendpublikum "Die große Grillshow" mit einer Gesamtdauer von 150 Minuten. Grillen mit Prominenten, öffentlich-rechtlich vorgestellt zur besten Sendezeit.

Die Dimension des geheim verhandelten TTIP betrifft alle Bürger der EU.

Der Spaß-Sendung, die eine Minderheit [Verstehen Sie Spaß?; 20:14; 0,85 Mio.; 10,8 %], die sich am Mißgeschick Anderer erfreuen kann sah, räumte man dreimal soviel Zeit ein.
Der Grill-Sendung, die gerade einmal 2 Mio Zuseher angeschaut haben, hat man gar die fünffache Zeit eingeräumt.

Der reine Vergleich der Sendezeit sagt natürlich nicht allgemeingültig etwas über die Qualität der betreffenden Sendung aus. Davon möge sich der Leser selbst überzeugen.

Ich stelle nur die Frage:
Sind die eingeräumten Sendezeiten & Sendetage dem jeweiligen Thema angemessen?
Und beantworte sie mit:
NEIN.

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Sonntag, 3. August 2014
Inkonsequenz
Manchmal denke ich:
Inkonsequenz muß eine nationale Eigenschaft sein.

Wo man hinkommt haben die Leute irgendetwas worüber sie sich aufregen, worüber sie klagen oder meckern. Auf Nachfrage kommt dann heraus, dass sie genau die Parteien gewählt haben über deren Handeln sie jetzt aufgebracht sind, das sie mißbilligen. Der Vorschlag allerdings, bei der nächsten Wahl doch eine andere Partei zu wählen kommt meist garnicht gut an. Nein, aus Tradition wähle man nun schon seit Jahren diese Partei und das werde sich auch nicht ändern - weil die "Anderen" es ja auch nicht besser können oder machen würden. Inkonsequenz, erstes Beispiel.

Neulich in unserer Nachbarschaft großes Getöse: Ehestreit, lautstark bei offenen Fenstern ausgetragen, über zwei Tage richtig 'Zoff'. Drei unserer Nachbarn haben das gesprächsweise in den letzten Tagen erwähnt und ihre Empörung darüber ausgedrückt.
Nun traf ich dieser Tage die Hausmeisterin und fragte mal nach, ob sich denn jemand bei ihr wegen der Ruhestörung beschwert hätte. Nein, niemand hatte etwas erwähnt - und wenn, sagte sie, müßte sie das sowieso schriftlich mit Unterschrift haben um etwas zu unternehmen .... Inkonsequenz, zweites Beispiel.

Dabei will ich es belassen. Jede/-r kennt ähnliche Situationen:
Erst wird laut getönt und räsoniert - dann erfolgt - - - NICHTS!
Aber:
Alle wollen "wichtig" sein, Vereinsvorstand oder sowas, irgendein Amt, das aus der Masse heraushebt. Herrschen, also die Unten kujonieren - und sich mit der Obrigkeit nicht anlegen.

Verwalten ist beliebt. Kneifen, sich heraus halten, sich bedeckt halten und nur nicht für etwas verantwortlich sein, das scheint demgegenüber im Konfliktfall oder wenn es zum Schwure kommen müßte die einzige Handlungsoption für eine Mehrzahl von Mitbürgern zu sein. Das ist - fast einhundert Jahre nach Abschaffung der Monarchie - ein Armutszeugnis für unsere Nation.

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Sonntag, 27. Juli 2014
Erkenntnis: Pitch­forks and Tor­ches*
Der nachfolgend zitierte Artikel stellt die gängige konservative Sicht des ökonomischen Gleichgewichts in Frage. Auf eine Übersetzung habe ich diesmal verzichtet, denn über Google Übersetzer kann bei Eingabe des englischen Textes eine zumindest in Grundzügen verständliche Version generiert werden - und wer Englisch zu lesen imstande ist wird sowieso die Originalversion vorziehen.

Der Autor räumt auf mit der These es sei schädlich für das Wirtschaftssystem eines Landes höhere Löhne & Gehälter zu zahlen und stellt in wenigen Absätzen klar, dass genau das Gegenteil der Fall ist - als Beispiel führt er eine bereits abgelaufene Initiative im Raum Seattle an, durch die bewiesen werden konnte dass sein Vorschlag zur Belebung der Wirtschaft funktioniert.

Das erste Textzitat habe ich gewählt weil es ausdrückt was Viele denken:
Wer das Tausendfache verdient gibt nicht das Tausendfache aus - sondern investiert den 'Überschuß' um daraus Zinsen und Zinseszinsen zu generieren.

Das zweite Zitat zeigt auf wie gleichzeitig der Wasserkopf von Regierungsbehörden geschrumpft werden kann - wenn der Wille von Wirtschaft und Politik auf das gleiche Ziel gerichtet ist.
 
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Der Autor [Nick Hanauer; Text: My Fellow Zillionaires.] warnt alle 'Superreichen' davor die Augen vor dem zunehmenden Gefälle zur Masse der Bevölkerung zu schließen und greift zu einer drastischen Beschreibung der Folge solcher Ignoranz:
Er zitiert die Heugabel- & Fackeln-Szene aus dem ersten Draculafilm (siehe Link & Quelle unten) in der der aufgebrachte Mob sich zur Lynchjustiz aufmacht - und warnt die oberen 0,01% seines Landes davor sich diesem Risiko auszusetzen, dessen Herannahen er kommen sieht.
Unausweichlich.
 
 
* Pitchforks and torches have long symbolized an angry mob. The pitchforks-and-torches mob was present in the film Frankenstein (1931)

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Sonntag, 13. Juli 2014
Kosten & Lebensqualität

Die Ausgangslage

Als ich 2005 berufsbedingt nach Hamburg zog kostete eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Eppendorf ca. 450 €uro. Heute, knapp zehn Jahre später, ist eine solche Wohnung nicht unter 650 €uro zu mieten. Ich kenne keinen Berufszweig in dem in den letzten zehn Jahren die Gehaltssteigerung 45% betragen hat - das wären pro Jahr ca. 5% Gehaltserhöhung.

In München, womöglich noch begehrter als Hamburg, Frankfurt oder Berlin, bezahlt man mittlerweile für eine Ein-Zimmer-Wohnung um die 700 €uro. Das ist selbst bei überdurchschnittlichen Einkommen ein dicker Batzen des monatlichen Budgets.

Nun hilft es nicht viel das lediglich zu beklagen. Es muß erstmal die Frage gestellt werden wodurch diese Steigerung entsteht und zweitens wie man ihr begegnet.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 

Wodurch also werden die steigenden Mieten in deutschen Großstädten hervorgerufen?

Die erste Antwort:

Das ist eine Frage von Angebot & Nachfrage - wenn viele Menschen eine Wohnung suchen können die Vermieter die Mieten erhöhen, es finden sich offenbar immer noch genug Mieter die das bezahlen.

Die zweite Antwort:

Wer sich eine solche Miete aus eigener Entlohnung nicht leisten kann bekommt Hilfe vom Staat - Wohngeld, zum Beispiel, ist da eine Variante. Aber wer erfüllt schon die Kriterien für den Erhalt von Wohngeld? Die Zahl der Berechtigten hält sich deswegen auch in Grenzen.
Immerhin ist es für einen kleinen Teil der Mieter genug um sich die nachgefragten, überhöhten Mieten gerade noch leisten zu können.

Die dritte Antwort:

Anleger von nah und fern sehen in den Immobilien eine lohnende Geldanlage, denn in ihren eigenen Ländern ist das Geld nicht mehr "sicher" - sie sehen die Gefahr es zu verlieren.
In einer solchen Situation ist das Risiko des Verlustes von 10 oder 20 % der Geldanlage vernachlässigbar wenn sich die Marktlage ändert, denn im schlimmsten Fall droht zu Hause ein 100%-Verlust.
Hier kommen auch die institutionellen Anleger ins Spiel. Sie suchen ebenfalls nach Anlagemöglichkeiten nachdem die gewerblichen Immobilien nicht mehr absetzbar sind und deswegen keine Rendite zu erwarten ist. Wohnungen werden immer noch nachgefragt, die Zahl der Single-Haushalte wächst - und damit die benötigte Zahl von Kleinwohnungen vor allem dort, wo noch Unternehmen angesiedelt sind die wachsen.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 

Wie lassen sich die Mietpreise bremsen bzw. weitere Erhöhungen stoppen?

Die erste Maßnahme: Wohn- oder Vermietzwang

Wegen der hierzulande bestehenden gesetzlichen und steuerrechtlichen Vorgaben kann es sich für Besitzer lohnen Wohnraum unvermietet "leer stehen" zu lassen - da könnte, nach dem Motto "Eigentum verpflichtet!" eine Regelung helfen die es verbietet Wohnungen über einen gewissen Zeitrahmen hinaus unvermietet zu halten. Überschreitet der Besitzer - egal ob Privatperson oder Gesellschaft - diese Fristen müßte die Kommune übernehmen und eine Vermietung vornehmen. Ziel ist hier eine Angebotserhöhung, wodurch die Nachfrage besser befriedigt werden könnte.

Die zweite Maßnahme: Ausgleichsabgabe

Außerdem könnten gesetzliche Vorgaben geschaffen werden, die fordern, dass Investoren zusätzlich zu ihrer Anlage einen Beitrag zur Infrastruktur leisten der vom Kaufpreis zum einen und vom Mietpreis zum anderen abhängig ist.
Dies beinhaltet den Gedanken, dass Menschen die in diesem Wohnraum leben einen Beitrag zum Gesamtwohl der Stadt/Region leisten, sie dem Anleger seinen Geldeinsatz durch die Mietzahlung erstatten und darüber hinaus einen Zugewinn sichern.
Die Ausgleichsabgabe auf den erhobenen Mietpreis - eventuell versehen mit einem Exponentialfaktor - bremst das Mietbegehren.

Der Anleger profitiert durch Wertsteigerung der Immobilien in einem nachfrageintensiven Markt ohne selbst einen Beitrag zu leisten - die Kosten für die Infrastrukturmaßnahmen werden nur von denen getragen, die tatsächlich dort leben und arbeiten:
Demnach handelt es sich also bei einer Zusatzabgabe auf den Kaufpreis um eine Abschöpfung des Gewinnpotenzials von Immobilien, was eine Abkühlung des überhitzten Marktes nach sich ziehen könnte.

Die dritte Maßnahme: Mißverhältnis Angebot/Nachfrage korrigieren.

Wenn es ein Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage gibt wäre es sinnvoll durch vermehrte öffentliche Bautätigkeit die Situation zugunsten des Angebots zu verschieben - das allerdings durch gemeinnützige, öffentliche Institutionen, denn in der Vergangenheit hat sich ja gerade gezeigt, dass die Einbindung von auf Profit ausgerichteten Unternehmen langfristig eher zu einer weiteren Verteuerung von Wohnraum geführt haben - ohne gleichzeitig die Erhaltung und Modernisierung zeitgemäß voranzutreiben.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
Nachsatz:
Selbstverständlich erhebt dieser Artikel nicht den Anspruch alle Facetten des Problems erschöpfend zu besprechen.

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Sonntag, 6. Juli 2014
"Und willst du nicht mein Bruder sein ...."
".... dann schlag' ich dir den Schädel ein!" - so lautet ein etwas drastisches, gefügeltes Wort. Es ist, wie ich meine, eine gute Einleitung zu den folgenden Überlegungen.

Frau Rabe brachte mich kürzlich zum Nachdenken. Mit einer Frage [Wo ist der Unter­schied zu anderen?] in ihrem Kommentar.

Natürlich sind Menschen verschieden und 'glauben' - geprägt aus Elternhaus, Schule, Beruf, Landsmannschaft und Erfahrung - an sehr unterschiedliche Dinge. Diese Vielfalt ist es ja gerade, die das Leben interessant macht. Was zugleich heißt:

Diese Verschiedenheit ist weder Anlaß zur Sorge, noch sollte sie Anlaß für 'tödliche' Feindschaft sein.

Wie bekannt gelingt das aber selten bis nie. Wer verschiedener Meinung ist wird erstmal mit Worten 'bearbeitet'. Um die Meinung an die eigene anzugleichen. Gelingt das nicht auf Anhieb, so werden nach und nach stärkere Geschütze aufgefahren:

Vermeintliche oder tatsächliche Meinungsführer aus dem öffentlichen Leben werden zitiert. Auf die schlimmen Folgen dessen, was passiert wenn man sich nicht besinnt und umdenkt wird hingewiesen. Der Verlust an Freunden und Bekannten wird beschworen. Wenn das alles nicht hilft werden die Gespräche immer lauter, immer heftiger und am Ende gar - je nach Herkunft und erlerntem Konfliktlösungsverhalten - 'tätlich' ....

Ich kann beispielsweise christliches Denken (oder auch naturheilkundliche "Behandlung") nicht ernst nehmen. Vieles, was dazu gesagt und geschrieben ist, ist mir schon deswegen verdächtig, weil es keiner Logik - wenigstens keiner nachvollziehbaren Logik - folgt.

Um allerdings die Apologeten einer solchen Denkweise als Mensch zu schätzen, als Mensch zu achten, muß ich nicht unbedingt gleicher Auffassung zu den oben genannten (nur als Beispiel gewählten) Themen sein:

Wenn also Jemand eine Meinung vetritt die ich nicht teilen kann so ist das eine Sache. Derjenige bleibt aber ein Mensch, er wird nicht automatisch zum Feind.

Ich mag seine Lebensideale nicht teilen, aber solange er nicht versucht meine wegzunehmen kann ich auch damit bestens leben. Dennoch darf ich und muß ich aus meinem Selbstverständnis und Lebensentwurf darauf hinweisen WAS ich an dem Denken & Handeln Anderer für falsch halte.

Was Vielen fehlt ist eine grundsätzliche Gelassenheit andere Meinungen hinzunehmen - und sie nicht als persönlichen Affront, als Angriff oder Frechheit zu sehen. Eine Tatsache, die übrigens auch im geschäftlichen und politischen Umgang gut täte.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
1. Unter dem - ähnlich klingenden - Titel "Und willst Du nicht mein Bruder sein… oder „Was erlaube Schweiz?“ " gibt es übrigens einen (sehr) lesenswerten Artikel zum Thema "Verhältnis Schweiz - EU".

 ∙ ▪  ▪ ∙ 
* Zum Ursprung dieses Satzes gibt es verschiedene Deutungen:
2. Universal-Lexikon
3. WIKIPEDIA
4. Geflügelte Worte (Wikipedia) / Wikiquote
5. Bistum TRIER - das übrigens mit der Zuordnung zu Lenin irrt. Wie aus Ziffern 2-4 leicht zu erkennen ist.

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Wunschdenken ("wishful thinking") vs. Realität
.... oder:
Der "amerikanische Exzeptionalismus" ist angeknackst ..?!

Bei uns heißt es:
Wir sind (bald) Weltmeister.
Wir sind Papst.
Mir san mir.

Bei den Amerikanern heißt es:
.. Finally, let’s remember that our leadership is defined not just by our defense against threats, but by the enormous opportunities to do good and promote understanding around the globe - to forge greater cooperation, to expand new markets, to free people from fear and want. And no one is better positioned to take advantage of those opportunities than America ..
[telepolis]
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
Das will ich mir schon etwas genauer ansehen & kommentieren.

" .. that our leadership is defined not just by our defense against threats .. "


- Wer die größte Armee/Luftwaffe/Marine der Welt mit den höchsten Verteidigungsausgaben unterhält bestimmt offenbar selbst was unter "defense" und "threats" zu verstehen ist.

Jedenfalls nicht das, was der Rest der Welt darunter versteht.

Der Rest der Welt sieht eine völlig außer Rand & Band geratene U.S.A. die überall wo es ihr paßt militärisch durchsetzt was politisch nicht durchsetzbar wäre - unterstrichen durch den Anspruch ein 'Monopol' auf die alleinige Definition dessen zu haben, was für jeden gut sein muß, weil es für die U.S.A. gut ist.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
" .. by the enormous opportunities to do good and promote understanding around the globe .. "

- Wo immer auf der Welt die U.S.A. in der Vergangenheit politische Führer und Systeme unterstützt haben war es nicht zum Besten für die Bevölkerung, sondern zum Besten für eine schmale Führungselite (wobei sich mir die Finger sträuben 'Elite' zu schreiben, Profiteure beschreibt es wohl besser) sowohl in den 'beglückten' Ländern als auch in den U.S.A. selbst.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
" .. to forge greater cooperation, to expand new markets .. "

- Statt 'forge' (schmieden) hätte wohl besser 'force' (zwingen) gepaßt, denn nach dem geflügelten Wort "Und bis du nicht willig, so brauch' ich Gewalt" wird dampfwalzenartig alles platt gemacht was den AMERIKANISCHEN Plänen im Wege steht:
Siehe Kooperationsverträge, die geheim ausgehandelt werden und stets zugunsten der U.S.A. ausgelegt werden - siehe ACTA, TTIP, etc. ....

'expand new markets' - ja, nach amerikanischem Muster, sogar der genetische Code sollte ja vor einigen Jahren "patentiert" werden, was dann selbst dem höchsten U.S.-Gericht nicht ganz geheuer war und zurückgepfiffen wurde.

Der Schwerpunkt liegt auf 'expand' - was aus U.S.-Sicht bedeutet:
Nach amerikanischem Rechtsverständnis und mit amerikanischen Geschäftsmethoden, bereits vorhandene Rechtliche und den Konsumentenschutz beinhaltende Schranken werden als 'wettbewerbswidrig' und "Wettbewerbshindernis" angesehen und einfach ignoriert oder durch Verträge 'neutralisiert' ....

Der Gipfel aber war die folgende Aussage, und das vor dem Hintergrund der Enthüllungen zu den weltweiten und illegalen Praktiken der NSA und begleitender Geheimdienste:
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
" .. And no one is better positioned to take advantage of those opportunities than America .. "

- Ja, sie schaffen ihre Möglichkeiten indem selbst bei befreundeten Nationen alles ausgespäht wird was man ausspähen kann, in unserem Fall sogar noch unterstützt durch unsere eigene Geheimdienste. Nach verlorenen Kriegen nannte man diese Helfershelfer des Feindes "Kollaborateure" und machte ihnen den Prozeß.
Bis heute weigert sich der Bundesanwalt auch nur einen Finger zu rühren, obwohl die Spatzen bereits die Wahrheit darüber von den Dächern pfeifen.
Wahrscheinlich sind in ihm die drei Affen zugleich repräsentiert:
Er sieht nichts, hört nichts und sagen tut er schon erst recht nichts ....

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Freitag, 20. Juni 2014
"Fortschritt"?
Alles - und zwar sofort, das war ein Gitte-Song. Es ist aber offenbar für die nachfolgenden Generationen irgendwie bestimmendes Lebensmotto geworden. Ohne, dass es Vielen bewußt ist.

Angetrieben von der Technologie und der allzeitigen Verfügbarkeit gibt es keine Rückzugsmöglichkeiten mehr - wo früher 'Freizeit' angesagt war ist der 'moderne Mensch' in Bereitschaft. Oder kennen sie jemanden, der Abends sein smartphone abschaltet und beiseite legt?
Da geht es doch für die Meisten erst richtig los ....

Nimmt man dann noch den Aspekt der ständigen Überwachung hinzu bleibt von 'Privatsphäre' nichts übrig. Ich kann einfach nicht glauben, dass die Mehrzahl aller Menschen sich DAS als Perspektive für ihr ganzes weiteres Leben wünscht.

Läßt sich das Rad zurückdrehen? Nein, bestimmt nicht. Aber es läßt sich etwas ändern. Angefangen bei mehr Sicherheit durch überlegte(-re) Preisgabe von Informationen, weiter mit technischen Maßnahmen um Schnüffelei abzuwenden, und schließlich indem man sich einfach mal ausklinkt und NICHT verfügbar, also 'online' ist.

Das geht. Bestimmt. Weil ich es aus einer Zeit kenne, als es diese Technik noch nicht gab und wir trotzdem ein produktives, ausgefülltes und manchmal sogar ereignisreiche(-re)s Leben führten.

Ja, ich hebe hier schulmeisterlich den Zeigefinger. Das tut aber der Korrektheit der Aussage keinen Abbruch ....

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Dienstag, 17. Juni 2014
Vergangenheit?
.
Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit arbeiten einige Wissenschaftsdisziplinen an der Erforschung der Vergangenheit auf unserem Planeten.

Archäologen und Geologen zum Beispiel.

Das ist für die entsprechend Tätigen einerseits positiv, andererseits negativ. Wie? Das paßt doch nicht zusammen!

Doch, denn 'positiv' ist, dass so auch die enormen Kosten solcher Vorhaben nicht in Frage gestellt werden - wären sie besser kommuniziert & damit bekannt, ergäbe sich sicher bald die Frage ob das denn überhaupt sinnvoll ist. Weil es doch schon so weit zurück liegt und der Einfluß auf die heutige Zeit damit zweifelhaft sein könnte.
Der alleinige Zweck "Wissen" anzusammeln, völlig wertfrei, erscheint nämlich vielen Zeitgenossen als Begründung für die Bereitstellung von Forschungsmitteln nicht ausreichend.

Negativ ist das, weil die Mittel zwar für Einzelprojekte reichen, es aber auf diese Weise viele Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte dauern wird bis umfassende Gesamtbilder zur Verfügung stehen.
Zudem sind die Wissenschaftler auf Eigenmotivation angewiesen, denn ihre Funde & Folgerungen werden meist einer breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich und ihre Leistung bleibt ohne - zeitnahe - Würdigung.

Hieran zeigt sich sehr deutlich das Dilemma, das Wissenschaftler von nicht wirtschaftlich verwertbaren Disziplinen haben:
Es gibt viel zu entdecken - es fehlen allerdings die Mittel das auch zu tun.
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
Die Erforschung der Vergangenheit ist stets auch ein Lehrstück für die Gegenwart:
Sie zeigt, dass von Menschen hervorgebrachte Veränderungen der Erde nie Bestand hatten - dafür sorgten die geologischen Veränderungen und der Zerfall von Gesellschaften die damit mittel- oder unmittelbar zusammenhingen. Festzuhalten ist allerdings auch, dass die menschliche Hybris genau das zu leugnen trachtet.

Ich möchte als Abschluß ein Zitat anfügen, das gerade in unserer heutigen Zeit unbegrenzte, aktuelle Gültigkeit hat - aber beurteilen sie, liebe Leser, selbst:
.. Gerät der menschliche Ursprung nämlich in Vergessenheit, so ist der einzelne den starren Regeln des Zusammenlebens ausgeliefert, die nicht mehr bloß einem Miteinander dienen, sondern umgekehrt den einzelnen einschränken und ihn seiner Spontaneität berauben ..
[Zitiert aus dem Hauptwerk des Daoismus "Zhuangzi" von Zhuāng Zhōu, chinesischer Philosoph und Dichter.]

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Freitag, 13. Juni 2014
One+ invite?
Hallo an Alle:

Ich möchte gern das One+ kaufen - und wie bekannt* braucht man dafür ein "invite" ....

Wer "invite(-d)" mich?
 ∙ ▪  ▪ ∙ 
* Siehe Abbildung
1

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Voll in die Sche***e .... [Photo: Abode of Chaos (CC BY 2.0) "click!" auf das...
Mr.Yoda, 13.08.14 01:10
OK, es 'ist schon einiges passiert' - aber war das wirklich zugunsten der Bürger...
Mr.Yoda, 06.08.14 00:28
wenn man sich die republik zu adenauers zeiten im muff der restauration ansieht da...
wilhelm peter, 05.08.14 23:28
Ich bin im Zweifel ob das Ergebnis wirklich ein "Ruck" war - mindestens sind...
Mr.Yoda, 05.08.14 21:28
der marsch durch die institutionen war oft ne diagonalkarriere von links unten nach rechts...
wilhelm peter, 05.08.14 14:17
Elitär Als ich 1970 an der Hannover'schen ('kleinen') Mensa einer Kommilitonin die Türe öffnete um...
Mr.Yoda, 05.08.14 10:53
Im verlinkten Beitrag - genauer in den Kommentaren - fand ich besonders den Hinweis...
Mr.Yoda, 05.08.14 00:53
ein zwangsfinanzierter volksempfänger funktioniert nach anderen gesetzen ne sendung über ttip ist bloss feigenblatt...
wilhelm peter, 05.08.14 00:40
Prioritäten Heute Abend (04.08.) hat Erste Programm einen kurzen Beitrag zu TTIP gesendet: "Der große...
Mr.Yoda, 05.08.14 00:17
.... einige Jahre lang hatte ich noch Hoffnung, dass sich das ändern könnte. Leider...
Mr.Yoda, 04.08.14 09:29
aber sicher seit jahrzehnten
wilhelm peter, 04.08.14 01:52
Dann .... sind wir wohl ein Volk von 'allerdümmsten Kälbern' ....
Mr.Yoda, 03.08.14 19:30
nur die allerdümmsten kälber wählen ihre schlächter selber bert brecht
wilhelm peter, 03.08.14 16:39
Inkonsequenz Manchmal denke ich: Inkonsequenz muß eine nationale Eigenschaft sein. Wo man hinkommt haben die...
Mr.Yoda, 03.08.14 12:17
schön wie du den kreis schlägst...
wilhelm peter, 30.07.14 04:09
Mißverständnis, ja, weil ich es biologisch interpretierte - da ist mir meine berufliche Ausrichtung...
Mr.Yoda, 30.07.14 00:15
das mit der evolution meinte dass man für begrenzte zeit in nischen sein kann...
wilhelm peter, 29.07.14 03:23
".. die evolution wirds wider erwarten doch richten .. " Nein, diesmal ist das...
Mr.Yoda, 29.07.14 01:33
survival of the fittest die evolution wirds wider erwarten doch richten die an die situation...
wilhelm peter, 27.07.14 17:30
Gut, dass es noch Menschen gibt die Ideale haben und zwar altruistische, nicht egoistische!...
Mr.Yoda, 27.07.14 15:18



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